Your Tube

Ausgequetscht
Mit einem Abschluss in Zahnmedizin in der Tasche verließ Lucius Sheffield die Universität und ging nach Paris. Dort fiel ihm auf, dass Künstler beim Malen im Freien die Farben aus Tuben mit Schraubverschlüssen auf ihre Paletten quetschten. Er erzählte seinem Vater davon. Der war auch Zahnarzt. Zusammen brachten sie 1881 in den Vereinigten Staaten mit „Dr. Sheffield’s Crème Angelique Dentifrice“ die weltweit erste Zahnpasta in einer wiederverschließbaren Tube auf den Markt.

Pasta-Test
Ökotest hat kürzlich 400 Zahnpasten getestet. Knapp jede zweite rasselte durch. Die meisten hatten keinen wirksamen Fluorid-Schutz vor Karies. Oder enthielten strittige Substanzen. Natriumlaurylsulfat zum Beispiel, das in der Zutatenliste als Sodium Lauryl Sulfate deklariert ist. Das schäumt schön, greift aber die Schleimhäute an. Oder Triclosan, ein Bakte­rienkiller, der resistenter gegen Antibiotika macht.

Pasta à la DIY
Zahncreme lässt sich selber machen: Vier Esslöffel Kokosöl im Wasserbad flüssig werden lassen. Unter das höchstens lauwarme Öl drei Esslöffel Natron mischen und wenn möglich einen Teelöffel Schlämmkreide und Minzöl. Dann die Masse in ein sauberes Gläschen füllen. Schäumt nicht, macht aber sauber – und ist plastikfrei.

Paarungsfalle
Ob von hinten sauber ausgestrichen oder chaotisch zusammengepresst – an der Frage, wie man richtig eine Zahnpastatube ausdrückt, sind angeblich schon viele Partnerschaften kaputtgegangen. Abhilfe schafft das US-Unternehmen LiquiGlide, das eine Oberfläche entwickelt hat, an der die Creme kaum noch haften bleibt. „Eine alles verändernde Plattform-Technologie, die nicht nur die Bewegung von Flüssigkeiten revolutioniert, sondern auch Müll reduziert und Leben rettet“, behaupten die Hersteller. Damit es bei allen schön flutscht.

LifeHack
Von hinten her aufrollen? Ausstreichen? Oder einfach vorne drücken, bis nichts mehr geht? Was auch immer wir tun, ein Teil der Zahncreme bleibt unerreichbar. Die Lösung: Tube quer durchschneiden und mit der Zahnbürste auskratzen. Damit die Restpaste über Nacht nicht austrocknet, die beiden Teile ineinanderstecken. Dafür eins der beiden Teile an der Schnittkante längs einschneiden. So lässt es sich besser in das andere Stück schieben. Wenn wirklich alles leergeputzt ist, ab mit den Tubenteilen in die Wertstofftonne.

FOTO Melanie Buß

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