Wiedersehen macht Freude

Beim Verarbeiten von Lebensmitteln bleiben wertvolle Neben- und Abfallprodukte übrig. Kluge Unternehmer und Unternehmerinnen machen daraus vollwertige neue Produkte.

YOU’VE GOT MEHL
In ihrem Berliner Restaurant Hermann’s probieren Verena Bahlsen und Laura Jaspers mit Vorliebe alte Zutaten und Zubereitungsweisen aus. So stießen sie auf Okara, das Fruchtfleisch, das bei der Herstellung von Sojamilch zurückbleibt. In Asien nutzt man es getrocknet seit Langem als Mehl, hier experimentieren die beiden damit in Workshops und bereiten daraus Cracker, Pfannkuchen und sogar köstliche Tartes zu.
www.hermanns.com

MALZ-ZEIT!
Selbst gebrautes Bier ist gerade groß in Mode. Neben dem Craft-Beer erfährt aber auch eines seiner Neben pro dukte eine Aufwertung: Treber. Er entsteht beim Aufkochen des Brau- Malzes und wurde bisher an Tiere ver füttert. Er ist reich an Protei nen und leckerem Malzzucker und eignet sich, um lockeres, saftiges Brot zu backen oder eine Müslimischung zu bereichern. Eine fertige Backmischung gibt es zum Beispiel von der US-Amerikanerin Bertha Jeminez.
www.riseproducts.co

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COSÌ FAN TUTTI FRUTTI!
Moderne Großstädter decken ihren Vitaminbedarf gern in Saftläden. Dabei bleiben große Mengen an Fruchtfleisch zurück, die meist als unnötiger Biomüll enden. Kaitlin Mogentale aus Los Angeles gründete Pulp – zu Deutsch Fruchtfleisch –, sammelt den Überschuss der örtlichen Saftläden ein und verarbeitet die faserreichen und zuckerarmen Reste zu knusprigen Chips weiter.
www.pulppantry.com

HAKUNA BARNANA
Als Kind trocknete der Vater des Brasilianers Cauê Suplicy überreife Bananen und gab sie seinem Sohn als Snack. Und was für einen kleinen Jungen gut ist, kann für die Menschheit nicht schlecht sein. Sein Unternehmen Barnana trocknet reife oder angeschlagene Bananen aus Südamerika, die zum Verschiffen und Verkaufen ungeeignet sind, und verarbeitet sie in Kalifornien zu Energieriegeln weiter. Bei diesem Bananen-Upcycling verwenden sie im Jahr mehr als elf Millionen Bananen, die sonst als Abfall verloren wären.
www.barnana.com


ILLUSTRATION
Juliane Filep

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