Wasser marsch

Der Verein „a tip: tap“ setzt sich für Leitungswasser ein

Eine junge Frau nimmt den Mund voll Wasser und ruft: „Mach’s einfach! Trink Leitungswasser!“ Dabei tropft das Wasser aus ihrem Mund. Sie lacht. Es ist die Schauspielerin Lea van Acken, die mit dieser kleinen Gurgelei auf eine große Schweinerei hinweisen will: dass viele Menschen immer noch ihr Wasser aus Plastikflaschen trinken. Müll, der unnötig ist und vermeidbar wäre. Der Verein „a tip: tap“ setzt sich für Leitungswasser ein und hat einige Prominente gefunden, die sich als Leitungswasserfreunde bekennen. Seit Sommer 2019 werden die Filme in verschiedenen Kanälen wie Facebook, YouTube und ­Instagram geteilt und fast 700.000 Mal angesehen.

„Der Umstieg auf Leitungswasser ist so einfach und man spart dabei Zeit, Geld, Nerven, Schlepperei und natürlich eine Menge Plastikmüll, CO₂-, Ressourcen- und Energieverschwendung“, sagt die Projektmanagerin des Vereins, Stefanie Zillner. 70 Prozent des verkauften Wassers werden in Einweg-Plastikflaschen abgefüllt. Dabei zeigen unabhängige Tests, dass Leitungswasser keine schlechtere Qualität hat als abgefülltes Wasser. Würden alle Berliner und Berlinerinnen von Flaschen- auf Leitungswasser umsteigen, könnten jährlich 100.000 Tonnen CO₂-Emissionen eingespart werden.

Um ein Bewusstsein zu schaffen, setzt der Verein auf die Generation Fridays for Future und fokussiert sich in seiner Kampagne auf Social-Media-Kanäle. Auf Plattformen wie Instagram, Facebook und YouTube kann ein Dialog entstehen. „Hier können wir auf Fragen und Ängste zu Leitungswasser eingehen und Aufklärungsarbeit leisten. Wir bekommen auch mit, was die jungen Menschen über Leitungswasser denken, was sie dazu bringt, Flaschenwasser zu kaufen, und wo wir in unserer Arbeit ansetzen können, um sie zum Umstieg zu bewegen“, erklärt Zillner.

Die Projektmanagerin glaubt, dass es die kommende Generation sein wird, die für Umweltthemen ansprechbar ist. „Für sie ist das Thema ja brandaktuell, sie wollen mitreden und tun es auch“, sagt Zillner. Natürlich haben sie aber nicht nur Jugendliche mit der Aktion bewegt. Zillner erzählt, dass schon über 200 Menschen Videos von sich unter #machseinfach gepostet haben – unter anderen auch einige Politiker und Umweltbloggerinnen. Wer mag, kann immer noch sein Video in den sozialen Netzwerken mit dem Hashtag #machseinfach hochladen.

Der Verein ist analog auch sehr aktiv. Um ins Gespräch mit Erwachsenen und älteren Menschen zu kommen, gehen sie auf Stadtteilfeste und in Unternehmen. Sie wollen eine so genannte „Wasserwende“ für Deutschland. Gemeinsam mit den lokalen Wasserversorgern und weiteren Partnern möchten sie die Vorteile vom Trinkwasser aus der Leitung hervorheben. Dabei nehmen sie den Mund recht voll: natürlich nur mit Leitungswasser.

www.atiptap.org

 

Wo immer spannende Ideen oder interessante Projekte den Gedanken der Abfalltrennung oder Müll­vermeidung fördern wollen, kann die Stiftung Naturschutz Berlin mit den Mitteln des Förderfonds Trenntstadt Berlin helfen. Ob Sie sich für Abfallvermeidung, Wiederverwertung oder für die Umwelt­bildung einsetzen möchten, ob als Verein, Verband, Firma, Initiative oder Privatperson:
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