Was meint Eigentlich: enkelfähig?

Sebastian Feucht (42) ist Produktentwickler in seiner eigenen Firma eco3plan in Berlin und Mitbegründer des Sustainable Design Center e.V. – einem Netzwerk von Designern, Händlern, Produzenten und Ingenieuren, die den Gedanken der Nachhaltigkeit verfolgen.

Ich benutze dieses Wort lieber als den sperrigen Begriff „nachhaltig“, weil es emotional berührt. Es soll uns dazu auffordern, über unser eigenes Leben hinauszudenken: Werden unsere Enkel die gleichen Möglichkeiten haben, wenn wir weiterhin so mit unseren Ressourcen umgehen? Obwohl wir wissen, wie die Antwort lautet, lässt sich niemand zu dauerhaftem Verzicht oder einem spartanischeren Leben überreden. Deswegen brauchen wir bessere Produkte, die mit weniger Ressourcen den gleichen Lebensstandard sichern. In meiner Werkstatt „eco3Plan“ habe ich zum Beispiel ein kleines Stövchen entworfen und stelle es selbst in Berlin her. Es ist zum Zusammen­stecken, was beim Transport und Lagern viel Platz und Kraftstoff spart. Außerdem ist es kein Werkstoffverbund und kann dadurch komplett recycelt werden. Das Stövchen ist aus Edelstahl – einem langlebigen und zeitlosen Material, das höchstens an der Oberfläche zerkratzen oder sich etwas verbiegen kann. Aber das lässt sich alles wieder aufarbeiten. Natürlich rettet mein Stövchen nicht die Welt, aber wenn alle Produkte so konstruiert wären, dann könnten wir viele Ressourcen schonen. Deswegen engagiere ich mich auch im „Sustainable Design Center“, einem Netzwerk von Designern, Händlern, Produzenten und Ingenieuren, die den Gedanken der Nachhaltigkeit verfolgen. Oder besser gesagt: die enkelfähig arbeiten.

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