Was ist GREEN DESIGN?

Um zu erfahren, was gute nachhaltige Gestaltung ausmacht, fragten wir Berliner Design-Fachleute nach ihren Lieblingsbeispielen. Hier ist Ihr Crash-Kurs in Sachen Öko-Design.

„Meine Trinkflasche von Sigg begleitet mich seit 20 Jahren überallhin – keine Wegwerf-Getränkepäckchen mehr! Schlicht und schön aus einem einzigen Stück Aluminium gezogen – ein Kultobjekt.“  
Prof. Dr. Gesche Joost

… lehrt Designtheorie an der Universität der Künste Berlin und leitet das Design Research Lab der Deutschen Telekom.

„Mein USB-Stick PowerRAM miniPro ist 28mmx12mmx3mm und fasst mit 32 Gigabyte circa 100.000 eBooks, wiederbeschreibbar. Das ist ein Wald. Ich kenne kein besseres Beispiel für ‚mit weniger mehr machen‘.“ 
Prof.  Burkhard Schmitz

… lehrt Produktdesign an der Universität der Künste Berlin.
Sein Stuhl „Setu“ wurde als „Sustainable Product of the Decade“ ausgezeichnet.

„Unsere Studentin Katharina Thiel hat eine Mode-Kollektion aus geometrischen Grundformen 
entworfen, bei der kein Stück Verschnitt mehr anfällt. Normalerweise landen sonst in der Kleidungs-Produktion ungefähr 20 % des Stoffs im Müll.“ 
Prof. Heike Selmer

… lehrt Modedesign an der Kunsthochschule Weißensee und ist Gründerin des „Green Lab“.

„Die Milchtüte von unserer Studentin Yunjin Zhao: Weil außen recyclingfreundliche Pappe für Stabilität sorgt, kann die PLA-Folie innen sehr dünn sein. Die Innenseite des Kartons lädt mit Rezepten zur Weiterverwendung ein.“ 
Prof. Susanne Schwarz-Raacke

… lehrt Produktdesign an der Kunsthochschule Weißensee und ist Gründerin des „Green Lab“.

„Der Kreuzberg-36-Chair von Le Van Bo – ein günstiges Selbstbaumöbel: Selbstgemachtes schmeißt man nicht so schnell weg. Die Version im Bild von Ole Kloss recycelt für Lehne und Sitzfläche sogar noch alte Papierschichten einer Litfaßsäule.“ 
Nicole Srock-Stanley

… ist Vorstand von CREATE Berlin und CEO bei dan pearlman.

„EcoCradle ist ein Verpackungsmaterial aus Weizen- oder Reisspelzen, die mit einer Pilzkultur ‚verleimt‘ werden. Das ist 100% organisch und kann kompostiert werden. Und die Spelzen waren vorher immer nur Abfall. Genial.“ 
Dr. phil. Sascha Peters

… ist Autor des Buches „Materialrevolution – Nachhaltige und multifunktionale Materialien für Design und Architektur“.

„Der Kinderstuhl Tripp Trapp ist verstellbar und wächst mit. So wird er länger genutzt. Außerdem ist das Material nachhaltig und so stabil, dass es nach den Kindern auch noch die Enkel aushält.“ 
Cornelia Horsch

… ist Leiterin des Internationalen Design Zentrums Berlin und startet mit dem Umweltministerium den „Best of Eco-Design“ Award.

TEXT Peter Quester | FOTOS Sebastian Pfütze