Was ist das Wertvollste, von dem Sie sich je getrennt haben?

Frage „Was ist das Wertvollste, von dem Sie sich je getrennt haben?“

Malu KendziaMalu Kendzia, 44 Jahre:
„Trennung ist für mich was Großartiges. Es entsteht Platz für Neues. Aber man sollte sich natürlich vorher überlegen, was raus soll und was bleiben darf. Ich hab mich vor 25 Jahren von drei meiner Weisheitszähne getrennt. Das hab ich später bereut. Ganz bestimmt schütteln die Chinesen ungläubig den Kopf über den europäischen Entsorgungseifer von Weisheitszähnen. Nach der Akupunktur­lehre haben die Weisheitszähne nämlich eine sehr besondere Bedeutung: Ihnen ist die Nierenregion zugeordnet, der Energiespeicher des menschlichen Körpers. Wenn ich mir vorstelle, was ich aus den zusätzlichen Energiereserven alles hätte machen können… Schade, schade, schade!“

Maxim EhrlichMaxim Ehrlich, 63 Jahre:
„Also mir fällt da spontan mein Lieblings­schrank ein, der mich in meiner Wohnung am Südwestkorso viele Jahrzehnte be­gleitet hat. Da sich seine Schönheit nicht jedem erschließt und in der neuen Wohnung kein Platz für zwei komplette 
Hausstände war, musste ich mich leider  schweren Herzens von ihm trennen.“

Mehmet ErcanMehmet Ercan, 30 Jahre
„Es ist die klassische Geschichte vom Er­wachsenwerden. Irgendwann sind sie dran, die vielen kleinen Plüscherinnerungen. Eins tat mir wirklich richtig weh: mein großer gelber Teddybär. Da roch jeder Quadratzentimeter nach einer glücklichen Kindheit.“

Stefanie EbertStefanie Ebert, 29 Jahre:
„Bei mir war es seltsamerweise der Abschied von meinem ersten Auto. Ein grauer alter Renault Twingo, der mir sechs Jahre treue Dienste geleistet hat. Als er keinen TÜV mehr hatte, wollte ich ihn nicht einfach verschrotten lassen und hab ich dann lieber noch verkauft. Ein Pole kam und hat ihn mitgenommen: ‚Ich bau den wieder auf. Dann läuft der wieder wie ne Eins.‘ Ich war total sentimental, als er mit dem Wagen wegfuhr.“

Frank StraeterFrank Straeter, 47 Jahre: 
„Meistens weiß man ja erst hinterher, wie wertvoll einem etwas war. Deshalb ist Trennen eigentlich nicht mein Ding. Das Letzte, wovon ich mich bereitwillig getrennt habe, waren meine Krampfadern – und selbst das habe ich hinterher bereut: Der Anästhesist hatte mir wohl die Dosis meines knapp doppelt so schweren Zimmernachbarn verpasst und am Ende waren alle froh, dass ich überhaupt wieder aufgewacht bin. Mittlerweile hat sich der Betreiber vom Krankenhaus getrennt und den Laden dichtgemacht. Dafür sind meine Krampfadern wieder nachgewachsen.“

Schreiben Sie uns an einefrage@trenntmagazin.de.

Schlagworte des Artikels
,