Was haben Sie in Ihrem Leben recycelt?

Für die zweite Ausgabe vom TrenntMagazin haben wir eine neue Frage an Sie: „Was haben Sie in Ihrem Leben recycelt?“
Die ersten Antworten finden Sie hier.

Inge H.Inge H., 60 Jahre:
Ich habe in einer Firma gearbeitet, die Schlauchboote und Rettungsinseln herstellt und wir brauchten immer viele Tücher, Putzlappen und so. Diese kommen aus der “Lumpensammlung”, also wir bekamen große blaue Säcke aus der Altkleidersammlung. In den Achtzigern, als die Mode so mit Schulterpolstern war und es die “Popper” gab, habe ich in den Lumpen ein Stück Polo-T-Shirt entdeckt, das war von Lacoste, der große Traum meiner Tochter. Aber es war halt nur ein kleines Stück und ich habe das berühmte Krokodil abgetrennt und ihr auf ein anderes, ganz normales T-Shirt genäht. Sie war überglücklich! Viele Jahre später hat sie in einer Werbeagentur gearbeitet, die die Werbung für Lacoste machen. Nachdem sie den Leuten in der Agentur diese Geschichte erzählt hat, haben die sogar überlegt, einen Werbefilm aus der Geschichte zu machen, aber das hat dann nicht geklappt.

Carmen V.Carmen V., 37 Jahre:
Als meine Tochter vier Jahre alt war, waren wir auf Mallorca. Eigentlich war die Gegend schrecklich, aber sie fand die kleine Bucht um die Ecke mit viel angeschwemmten Müll trotzdem toll. Die erste Flasche Wein haben wir recycelt und die Keksdose gleich mit. In die Flasche kam eine Schatzkarte, in die Keksdose Muscheln und unechte Ringe und glitzernde Armbänder vom Markt und mein Mann hat frühmorgens mit einer Kinderschippe die Dose vergraben und die Flasche anschwemmen lassen. Beim nächsten Spaziergang in der Bucht war dann plötzlich die Piratenpost da und obwohl es der Kleinen etwas unheimlich war freute sie sich riesig über die Flaschenpost und ging auf Schatzsuche. Heute ist sie zwölf und schaut sich mit ihrem kleinen Bruder noch oft die Fotos an, ich glaube, sie ist noch nie auf die Idee gekommen, dass wir beim Schatz nachgeholfen haben…

Alfred CybulskaAlfred C., 45 Jahre:
Zum Schuheputzen nehme ich am liebsten Baumwollsocken, die in der Familie ausrangiert wurden. Die bleiben besser an den „Putzfingern“ als Lappen, die rutschen schneller weg.

Carolin O.Carolin Ö., 30 Jahre:
„Ich mag es, alte Dinge als Möbelstücke oder Wohnaccessoires weiterzuverwenden. Zum Beispiel habe ich mal alte DDR-Getränkekisten auf dem Flohmarkt erstanden und meine Oma hat mir ein tolles Inlay als Sichtschutz dafür genäht. Eine andere Kiste dient unserem Wohnzimmertisch als Fuß. Und wieder eine andere, eine Teekiste, trägt in der Küche Wasserkocher und Brotbackautomat. Sieht so aus, als hätte ich einen Kisten-Tick.“

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