Spielend recyceln: die Ludothek

Ein Besuch in der kostenfreien Einrichtung inspiriert: Wer einmal dort war, kommt wieder. 850 Spielmittel dürfen hier aus den Regalen gezogen werden, Kinder grapschen nach und tüfteln mit Holz­stäben, Kissenbällen und anderen kindsgerechten Dingen. Und wer dann auch noch Nahrung für den Bauch braucht, kann dort ganz einfach Kaffee und Kuchen bekommen. „Spielzeug ist der einzige Gegenstand, mit dem jeder Mensch der Welt Erfahrung hat“, so Siegfried Zoels, Leiter der Ludothek in Prenzlauer Berg. Er ist begeistert von den Effekten des Spielzeugs auf das menschliche Begreifen. Soziale Strukturen, wissenschaftliches Wissen oder einfach nur Bewegungsabläufe – Spielzeug gehört genauso zur Entwicklung des Menschen wie die Nahrung. Es muss dabei nicht teuer sein und kann aus den einfachsten Materialien hergestellt werden: wie Zoels von seinen indischen Kollegen lernte, auch gerne mal aus Abfallprodukten. Oft sind es besonders einfache Ideen, die große Wirkung erzielen.

Der Wissenschaftler Arvind Gupta sammelt seit Jahren Ideen zu Spielzeug aus recycelten Materialien. Dabei wird alles verwendet: vom Eisstiel bis zur kaputten Flip-Flop-Sandale.

Die Verbindung zu Experten aus aller Welt basiert auf Zoels’ Kreativitätsworkshops, die er seit 1990 für die UNESCO organisiert. „Toys for Children‘s Rehabilitation“ fand bereits 16-mal für jeweils zwei Wochen in Indien, Armenien, Mexiko, aber auch in der Pfalz statt. Ein interdisziplinäres Team aus Designern, Pädagogen, Architekten und Therapeuten entwickelt Ideen rund ums Spielzeug. Mit den Ergebnissen, mittlerweile 350 Spielmittel, kann man in der Ludothek in Prenzlauer Berg spielen oder sie in einer der fünf Publikationen nachlesen und -bauen.

Ludothek (Fördern durch Spielmittel – Spielzeug für behinderte Kinder e.V.)
Immanuelkirchstraße 24
10405 Berlin

Links zum Artikel:
www.spielmittel.de
Bastelanleitung – Streichholzschachtel

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