Meisterlicher Minimalismus

Ein Stillleben richtet den Blick immer auf das Wesentliche. Als zum Beispiel der spanische Maler Juan Sánchez Cotán vor vier Jahrhunderten gekräuselten Salat, aufgeschnittene Melone und bunte Fasane in eine schwarze Nische hineinmalte, hat er mit dieser Einfachheit ganze Generationen von Künstlern inspiriert. Dazu gehören auch die Studentinnen Lea Schmitt und Chiara Pocai. Auf ihren Foto­grafien steckt die aufgeschnittene Melone in Frischhaltefolie, statt Salat bleibt ein leerer Plastikbehälter, statt Tieren sieht man Dosen, Beutel, Alltagsmüll. Die Bilder wurden bei den „Sustain it!“-Hochschultagen für Nachhaltigkeit und Klima auf dem Campus der Freien Universität Berlin ­präsentiert und von Hinweisen begleitet, wie diese Verpackungen zu vermeiden sind. Übrigens hat auch der ­Erfinder des Stilllebens Cotán so minimalistisch gelebt, wie er gemalt hat: Als Mönch in einem Kartäuserkloster hat er alles weggelassen, das zu viel ist.

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FOTOS  Lea Schmitt