Mein Müll und ich – Einfach besser machen

Der Hyper-Konsum verbraucht Unmengen an Ressourcen. Das ist ein gewaltiges Problem, das jeden Menschen angeht. Zwar kann niemand allein, aber doch jeder seinen Teil leisten, um der Nachwelt etwas weniger Probleme zu hinterlassen.

Was heißt eigentlich „nachhaltig konsumieren“?
Das Wort „nachhaltig“ wird mittlerweile überall verwendet. Es meint im Grunde, dass nur so viel verbraucht wird, wie unbedingt nötig, also vereinbar ist mit den natürlichen Lebensgrundlagen. Das bedeutet, so zu leben, dass alle zukünftigen Generationen die gleichen Entwicklungschancen haben wie die jetzige Generation. Weil jedes Produkt aus wertvollen Rohstoffen besteht und mithilfe von fossiler Energie verarbeitet wurde, sollten wir es wertschätzen und nicht sofort zum Wegwerfartikel degradieren. Das fängt bereits beim Kauf an, bei dem wir darauf achten können, ob ein Produkt umwelt- und sozialverträglich hergestellt wurde. Das ist nicht immer einfach, aber bei lokalen Erzeugern können wir direkt nachfragen, uns von den Bedingungen über­zeugen und zum Beispiel lokale, saisonale oder biologische Lebensmittel in eigenen Mehrweg­beuteln, Glasflaschen oder Dosen mitnehmen.

Andere Konsumartikel findet man oft auch auf Gebrauchtmärkten, Tauschbörsen im Internet oder Verschenkmärkten. Je hochwertiger ein Produkt von Anfang an produziert ist, umso länger lässt es sich auch von anderen weiternutzen. Und genau das meint nachhaltig: die Ressourcen so lange wie möglich im Kreislauf zu behalten.

Ist Konsumverzicht nicht am besten?
Man kann nicht nicht konsumieren. Unser ganzes Leben besteht darin, dass wir auf eigene und fremde Ressourcen zurückgreifen. Aber wir können versuchen, deren Nutzungsdauer zu verlängern. Wir sollten uns genau fragen, was wir wirklich brauchen: Brauche ich wirklich eine neue Reise­tasche oder soll sie mich nur trösten? Kann ich mir die Tasche von meinem Nachbarn oder in einem Leihladen ausborgen? Wie kann ich meine alte Tasche zum Beispiel in einem Repair-Café wieder flottmachen? Oder sie über Tauschportale wie den Tausch- und Verschenkmarkt der BSR (www.BSR.de/Verschenkmarkt) zur Weiternutzung anbieten? Wer sich solche Fragen stellt, reduziert den Konsum von ganz allein – ohne völlig zu verzichten.

Wie können die Berliner vom nachhaltigen Konsum überzeugt werden?
Das große Problem ist die Gewohnheit: Wenn man es seit vielen Jahren gewohnt ist, beim Bäcker einen Pappbecher Kaffee mitzunehmen, im Supermarkt mehrfach eingeschweißte Lebensmittel einzu­kaufen und seine Produkte nochmals in Plastikbeutel zu packen, dann ist das normal. Wir versuchen zum Beispiel bereits in der Schule darüber aufzuklären, dass Einwegverpackungen nicht normal sein sollten – und wie es anders geht: Der mitgebrachte Beutel ist da nur ein Anfang und es geht weiter bei Flaschen zum Wiederauffüllen, Behältern für das Essen unterwegs und natürlich Bechern für den Kaffee – und das alles in Mehr­weg. Damit das für den Verbraucher aber nicht so umständlich wird und er nicht immer einen ganzen Sack Geschirr dabeihaben muss, können Pfandsysteme und Rabatte helfen, die Gewohnheiten so ganz allmählich zu ändern.

Nachgefragt bei:

Franziska VoßFranziska Voß
BSR-Abfallberaterin
Abfallberatung@BSR.de

 

Franziska Voß ist Expertin für alles, was man loswerden möchte: Sie weiß genau, in welche Tonne welcher Abfall gehört und was danach mit ihm passiert. Ihre Fragen beantwortet sie direkt per E-Mail oder Telefon. Und an dieser Stelle.