Mein Müll und ich – Arbeit ist das halbe Abfallleben

Nicht nur zuhause, sondern auch im Büro können Selbstständige und Angestellte weniger Müll produzieren.

Welcher Müll lässt sich im Büro vermeiden?
Genau wie in anderen Lebens­bereichen auch können Sie am Arbeitsplatz auf Mehrweg­behälter umsteigen. Statt den Kaffee im Einwegbecher mit an den Schreibtisch zu nehmen, können Sie ihn in einen Pfandbecher oder eigenen Mehrwegbecher einfüllen. Das Gleiche gilt für das Essen, das lieber in einer Brotbox, einem Thermobehälter oder einer Dose von zuhause oder vom Imbiss ins Büro transportiert werden sollte.

Fragen Sie Ihren Arbeitgeber, ob er die Tee­küche nach den Zero-Waste-Prinzipien einrichtet: mit Geschirr und Besteck, losem Tee und Kaffee zum Aufbrühen und unverpackten Frucht- und Nuss-Snacks in einem Korb statt dreifach verpackter Süßigkeiten.

Gibt es das papierlose Büro wirklich?
Jeder Deutsche verbraucht jedes Jahr etwa 250 Kilogramm Papier – und das ist jede Menge Holz. Um Papier aus Frischfasern und Recyclingpapier herzustellen, braucht es viel Energie. Immer mehr Unternehmen verzichten darauf und finden digitale Lösungen: Beispielsweise können Rechnungen per Mail verschickt, Dokumente über Cloud-Systeme wie Dropbox bearbeitet, digital teilbare Kalender, Notizfunktionen und Agenden benutzt werden. Das Gehirn der Firma sollten nicht mehr Aktenschränke voller Protokolle, sondern digitale Programme wie Evernote bilden, in denen Mitschriften, Artikel, Akten und Guidelines volltextdurchsuchbar abgelegt werden.

Scannen Sie Dokumente und Briefe sofort ein, damit sie gespeichert und weiter­bearbeitet werden können. Handschriftliche Notizen lassen sich mittlerweile auch auf Smartphones und Tablets machen und als PDF exportieren.

Wie sieht ein Zero-Waste-Büro aus?
Um das Büro müll- und plastikfreier zu machen, braucht es auch die richtige ­Ausstattung. Für Drucker, Scanner und ­Kopierer gibt es beispielsweise Mietsysteme, ­T­oner­kartuschen können nachgefüllt statt ­komplett ersetzt werden, Getränke­auto­maten können mit Mehrwegflaschen befüllt werden. Statt billiger Plastikkugelschreiber können Sie auf Holzhüllen mit wechsel­barer Mine zurückgreifen. Und so mancher alte Bürostuhl oder Schreibtisch kann an die Kollegin oder den Kollegen weitergegeben werden. Im Rahmen des diesjährigen Abfallfreitags am 16. November hat die BSR Unternehmen dazu motiviert, Müllvermeidung in das Firmenleben zu integrieren und eigene Ideen vorzustellen. Mehr Informationen finden Sie unter www.BSR.de/abfallfreitag.

Nachgefragt bei:

Franziska VoßFranziska Voß
BSR-Abfallberaterin
Abfallberatung@BSR.de

 

Franziska Voß ist Expertin für alles, was man loswerden möchte: Sie weiß genau, in welche Tonne welcher Abfall gehört und was danach mit ihm passiert. Ihre Fragen beantwortet sie direkt per E-Mail oder Telefon. Und an dieser Stelle.