Lass ihn ziehen

Knotentechnik
Das normale Teesackerl besteht aus einem Beutel aus Filterpapier, ein paar Gramm ­Tee, einem beschichteten Faden und einem Etikett aus Papier. Viele Produzenten tackern den Faden nicht mehr an den Beutel, sondern knoten ihn daran. Das spart Aluminium.

New York Tea Party
Am Anfang war ein Missverständnis: Vor 110 Jahren verschickte der New-Yorker Teehändler Thomas Sullivan bei einer Werbeaktion Teeproben in kleinen Seidenbeuteln an seine Kunden. Blechdosen waren ihm dafür zu teuer. Seine Kunden allerdings schnitten die Säckchen nicht auf, um den losen Tee wie üblich in der Kanne aufzugießen, sondern hängten sie direkt ins heiße Wasser – und erfanden so den Teebeutel.

Trennungsfragen
Müssen wir, oder müssen wir nicht? Den Teebeutel in Papier, Biomüll und Wertstofftonne auftrennen? Hier nun endlich die Antwort: Klassische Teebeutel, deren Filterpapier aus den Fasern der Abacá-Banane gewonnen werden, dürfen komplett in die Bio­tonne. Einige Hersteller, die ihre Teebeutel mit Hitze verschweißen, mischen Kunststoff bei. Manche Beutel bestehen sogar komplett aus Plastik – erkennbar an den Schweißnähten. Diese müssen in den Restmüll.

Loseblattsammlung
Fast 50 Millionen Tassen Tee werden in Deutschland jeden Tag getrunken. Aber nur in weniger als der Hälfte dieser Tassen hing ein Teebeutel. Die meisten graust es offenbar, heißes Wasser auf Blattkrümel zu gießen, die in ein Papiersäckchen ein­gezwängt sind. Sie brühen sich lieber losen Tee auf. Außerdem sind Teebeutel oft einzeln verpackt. Das sorgt für jede Menge Müll. Und aufs Gramm gerechnet ist der gebeutelte Tee auch noch teurer.

Teezeremonie
35.000 Teebeutel haben Forscher der TeaComposition-Initiative welt­weit verbuddelt. Drei Jahre sollen diese unter Luftabschluss verrotten und zerfallen. Daraus erhofft man sich Erkenntnisse, wie Pflanzenreste im Boden zersetzt werden. Erste Zwischenbilanz: Grüner Tee (aus Blättern) verrottet schneller als Rooibos (gemahlene Baumrinde).

FOTO Melanie Buß