Kopf-KabelSalat

In Kreuzberg hat Muharrem Batman einen kleinen Laden für Computer, Reparaturen und „Hi-Fi-Zeug“. Weil er ein ungewöhnliches Schaufenster haben wollte, begann er vor fünfzehn Jahren zu basteln, mit dem „Elektroschrott“, den er in Mengen zur Verfügung hatte. „Ich fand schon als Kind, dass das kein Abfall ist“, sagt er, „ein Widerstand zum Beispiel sieht aus wie Schmuck.“ Er bat seine Schwester Ayşe Batman, für ihn zu basteln. Zunächst fand sie den Schrott „ekelig“, aber dann kam sie auf den Geschmack. Und heute fertigen sie und die Assistentin Judith Brun ganze Kunstwerke aus Transistoren, Platinen, Kondensatoren und Widerständen. „Ich habe nur die Ideen“, sagt Muharrem Batman, „ich bin zu ungeschickt, um selbst zu basteln.“ Mit ihren Werken sorgen die drei aber inzwischen dafür, dass sich nicht nur Laufkundschaft in ihren Laden verirrt, sondern Berlin-Touristen sie besuchen, um Werke wie das Couture-Kleid und die Elektroschrottbüsten zu bewundern.

Jedes Werk besteht aus unzähligen Kleinteilen, manche leuchten oder klingen auch. Gerade gab es auch eine erste Ausstellung – im Nixdorf- Computermuseum in Paderborn. Und ein Zulieferbetrieb der Deutschen Bahn hat bei Muharrem Batman eine Skulptur in Auftrag gegeben. Bevor er die entwirft, steht jedoch der „hässlichste Weihnachtsbaum der Welt“ an, den er für eine Schule in Schlieben in Brandenburg anfertigt, gemeinsam mit Schülern der 5., 6. und 10. Klasse. So lernen die Kinder und Jugendlichen, dass Elektroschrott ein toller Werkstoff ist, und auch, wie sie aus ausgedienten Handys und kaputten Toastern Baumschmuck basteln, der nicht nur schön aussieht, sondern auch leuchtet und tönt.

www.elektroschrottkunst.de

www.batman-elektronik.de