Ich war einmal…

… eine Kiefernnadel. Als eine von Milliarden fiel ich vom Baum auf den Waldboden Lettlands und würde dort bis heute liegen, wenn mich nicht die Produkt-Designerin Tamara Orjola entdeckt hätte.

Während sie nämlich durch die Nadelwälder ihrer Kindheit spazierte, el ihr auf, dass niemand mir und meinen Brüdern und Schwestern Beachtung schenkte. Dabei holzt die Holzindustrie allein in der Europäischen Union jährlich 600 Millionen Kiefern ab. Obwohl wir Nadeln fast 30 Prozent der gesamten Masse einer jeden Kiefer ausmachen, lagen wir trotzdem einfach nur auf dem weichen Waldboden und verrotteten! „Das war doch nicht immer so“, dachte Tamara Orjola und erinnerte sich an ihre Urgroßeltern. Die hatten aus uns Kiefernnadeln Tee gekocht und uns zu Pulver verrieben, das Erkältungen linderte. Sie recherchierte und entdeckte Rezepte, die von Generation zu Generation weitergegeben worden waren: Man kann uns Nadeln wässern, in heißen Dampf hängen, pressen, mahlen und sogar spinnen. Dann geben wir unsere Bestand teile Zellulose und Lignin preis, spenden unser ätherisches Öl und sogar Farbe.

Tamara Orjola fertigt seither aus uns Hocker und Teppiche in warmen Farbtönen. Sie findet, dass wir eine prima Alternative zu Baumwolle und Kokosfasern sind, die nach Europa importiert werden müssen. Außerdem kann sie jetzt den Wald ihrer Kindheit bei sich zuhause aufstellen.

www.tamaraorjola.com

Gefällt Ihnen das TrenntMagazin?