Ich war einmal…

… eine saftige Orange aus Sizilien. Mein halbes Leben bestand darin, am Baum zu hängen und in der Sonne zu reifen. Bis mich die Orangenbauern pflückten, in Körbe warfen und das letzte bisschen Saft aus mir herauspressten. Normalerweise wäre hier Schluss für mich gewesen, aber zum Glück entdeckte die Modedesignerin Adriana Santanocito vor vier Jahren, was in der besseren Hälfte jeder Orange – der Schale – wirklich steckt.

Nach ihrem Modestudium in Mailand kam sie auf die Idee, aus Orangenschalen Textilfasern zu gewinnen. Den sizilianischen Orangenbauern kam das wie gerufen, denn sie hatten große Probleme, die vielen Schalen zu entsorgen, die beim Saftpressen entstehen. Und ich war glücklich, nicht einfach ausgequetscht und auf den Müll geworfen zu werden! In einer kleinen Fabrik, die extra für mich und die anderen Orangen gebaut wurde, gelang es Adriana und ihrem Team mithilfe von Nanotechno­logie aus meiner Schale die Fasern so herauszulösen, dass sie Garn daraus spinnen konnten.

Wer hätte gedacht, dass aus meiner schrumpeligen Haut ein ­seidenweiches Garn wird?

Glänzend aufgelegt ging es dann für mich zurück nach Italien, wo ich in Como zu Stoff gesponnen wurde. Jetzt roch ich zwar nicht mehr nach Orange, war aber dafür so weich und anschmiegsam wie Seide. Genau das Richtige für die modeaffinen Italiener! Als das traditionsreiche Label Salvatore Ferragamo beschloss, eine Kollektion mit Orangenfasern zu schneidern, hoffte ich nur auf eines: bitte nicht in Orange. Denn das war einmal.

www.orangefiber.it