Die große Welt des Mülls: Warme Welt dank warmer Worte

Das massive Verbrennen fossiler Energieträger wie Kohle und Öl macht die Erde zum Treibhaus. Die Prognose der führenden Klimaexperten: Wenn die Industrie- und Schwellenländer ihren Treibhausgasausstoß nicht drastisch senken, könnte die Durchschnittstemperatur auf der Erde bis zum Ende des Jahrhunderts um weitere vier Grad ansteigen. Um die Politik zu einem dringenden Kurswechsel und härteren Gesetzen aufzufordern, haben sich im September 2019 insgesamt 1,4 Millionen Menschen in Deutschland der Protestbewegung „Fridays for Future“ angeschlossen. Und auch der UN-Generalsekretär António Guterres hat für den zeitgleich stattfindenden UN-Klimagipfel das Motto „Taten statt Worte“ ausgegeben.

MEXIKO
Künstlicher Baum reinigt die Luft
In der stark von Luftverschmutzung betroffenen Stadt Mexiko-Stadt hat ein Unternehmen jetzt einen künstlichen Baum aufgestellt, der einen ganzen Wald ersetzen können soll. Der „BioUrban 2.0“ ist vier Meter hoch und drei Meter breit und verwendet Mikroalgen, um Schadstoffe aus der Luft zu binden und reinen Sauerstoff abzugeben. Mit einem Preis von 50.000 US-Dollar pro Stück soll der Roboter auch in anderen Städten Lateinamerikas zum Einsatz kommen.

FRANKREICH
Auf einem Pariser Dach entsteht der urbane Bauernhof
Auf den Dächern der Messehallen der Expo Porte de Versailles soll eine Biofarm mit 14.000 Quadratmetern angelegt werden, auf der 30 verschiedene Obst- und Gemüsesorten gepflanzt werden. In der Hochsaison erwarten die Farmbetreiber von Agripolis, täglich eine Tonne zu ernten. Damit ist es das größte Urban-Farming-Projekt in Europa. Bis zum nächsten Jahr hat sich die Stadt Paris dazu verpflichtet, 100 Hektar Stadtfläche zu bepflanzen – ein Drittel davon für landwirtschaftliche Zwecke.

USA
Die Stadt New York verbietet Einwegplastik
Seit dem 1. Januar dürfen Einwegbehälter nicht mehr abgegeben werden. Dazu gehören Tragebecher, Trinkhalme, Geschirr und Tüten aus Polystyrol-Plastik, einem besonders weichen Plastikstoff, der beispielsweise auch für Burger­ver­packungen eingesetzt wird. Bevor das Verbot in Kraft treten konnte, hatte der Stadtrat fünf Jahre lang mit Lobbyisten der Plastikindustrie gerungen.

ELFENBEINKÜSTE
Schulgebäude aus recyceltem Plastikmüll
Das Start-up Conceptos Plásticos sammelt – und so erhalten insbesondere arme Menschen einen Job – täglich Plastikmüll ein und macht daraus spezielle Ziegelsteine. Diese werden ohne Klebstoffe oder Zement zusammen­gesteckt und sollen laut Entwickler widerstandsfähig gegen Wasser, Wind und Hitze sein. Wie langlebig und schadstoffbelastet die Ziegel sind, muss noch getestet werden. Die Recyclingziegel werden zum Bau von Häusern und Schulen verwendet. Im westafrikanischen Land Elfenbeinküste fallen jeden Tag knapp 300 Tonnen Plastikmüll an. Das ist so viel wie 60 Elefanten.

INDIEN
Abschaffung von Einwegplastik bis 2022
Das asiatische Land will die Unmengen von Plastik­müll eindämmen und hat ein Verbot von Einwegkunststoff-Produkten durchgesetzt. Im ganzen Land soll es nicht mehr erlaubt sein, Wegwerfartikel wie Plastiktüten, -geschirr oder -besteck herzustellen, zu nutzen oder zu lagern. Wer dennoch dabei erwischt wird, muss mit einer Geldstrafe um die 300 Euro rechnen. Wiederholungstäter können sogar mit Gefängnis bestraft werden. In einigen Bundesstaaten gilt das Gesetz schon heute, wobei bereits Unternehmen wie McDonald’s und Starbucks bezahlen mussten.

FOTO Getty Images (Yuji Sakai/DigitalVision)