Die große Welt des Mülls: Die Verbannung des Plastiks

Immer mehr Länder weltweit versuchen gesetzlich Plastikmüll zu reduzieren. In einem Report des Umweltprogramms der Vereinten Nationen wurde die Plastikpolitik verschiedener Länder vorgestellt. Darin werden Gesetze, Steuern oder alternative Kunststoffe gezeigt, die in etwa 50 Ländern zu einem deutlichen Rückgang der Plastikmenge geführt haben. Doch die Ansätze sind vielfältig: Manche Länder wollen bestimmte Kunststoffarten verbannen (zum Beispiel Styropor in Sri Lanka), andere bestimmte Kunststoffprodukte verbieten (zum Beispiel Plastikgeschirr in der Europäischen Union, auf Jamaika, Barbados, den Bahamas, auf Dominica, Grenada sowie in Trinidad und Tobago). Andere gehen gegen Mikroplastik in Kosmetikprodukten vor (zum Beispiel Schweden, Kanada, USA und Großbritannien). Am heftigsten wurde in den vergangenen Jahren die Plastiktüte bekämpft. Bangladesch war das erste Land der Welt, das 2002 dünne Plastiktüten verboten hat. Seitdem haben auch Italien, Marokko, Eritrea, Kongo, Botswana oder Gambia Plastiktüten abgeschafft. Wir zeigen einige ausgewählte Beispiele und ihren Kampf gegen Plastikprodukte:

COSTA RICA

Costa Rica gilt als Vorreiter in Sachen Umweltpolitik. Das Land hat sich schon erfolgreich gegen die Abholzung des Regenwaldes gewehrt. Jetzt will Costa Rica bis 2021 das erste Land der Welt sein, das Einwegplastik komplett verbietet. Im Juni 2017 kündigte die Regierung eine neue nationale Maßnahme an, die Einwegprodukte aus Plastik durch biologisch abbaubare Alternativen ersetzen soll.

CHILE

Chile hat 2018 als erstes Land in Südamerika ein Gesetz verabschiedet, dass die Abgaben von Plastikbeuteln im Einzelhandel komplett verbietet. Unternehmen, die sich an das neue Gesetz nicht halten, müssen Geldstrafen in Höhe von 370 US-Dollar zahlen. In Chile wurden jährlich 3,4 Milliarden Plastiktüten verwendet, von denen viele danach im Meer landeten.

IRLAND

Irland ist in Europa ein Vorreiter im Kampf gegen Plastik. 2002 wurde die „PlasTax“ eingeführt:
Plastiktüten durften nicht mehr kostenlos, sondern nur gegen
15 Cent pro Tüte an Kunden abgegeben werden. Dadurch sank der Konsum von Plastiktüten innerhalb eines Jahres um 90 Prozent – von jährlich 328 Plastik­tüten pro Person auf 21 Tüten pro Person. Die Plastiksteuer steigt jedes Jahr weiter an – mit einem Limit von 70 Cent pro Plastiktüte. Aktuell kostet eine Tüte 22 Cent.

CHINA

Die Volksrepublik China hat bereits seit 2008 ein Verbot von dünnen Plastiktütchen erlassen, wie man sie von Obstständen kennt. Auf dickere Tüten ist eine Steuer fällig. Vor dem Gesetz wurden etwa 3 Milliarden Tüten in China jeden Tag verwendet . Schon ein Jahr nach der Einführung des Verbotes wurden 70 Prozent weniger Plastiktüten verteilt. Nach sieben Jahren sank die Nutzung von Plastiktüten um zwei Drittel. Das bedeutet, dass ca. 1,4 Milliarden Tüten vermieden wurden. Trotzdem bleibt China noch der größte Produzent von Plastikverpackungen der Welt.

KENIA

Kenia hat das schärfste Gesetz gegen Plastiktüten der Welt. Im Februar 2017 hat sich das ostafrikanische Land dafür entschieden, Herstellung, Einfuhr, Verkauf und Verwendung von Plastiktüten komplett zu verbieten. Wer auf der Straße mit einer Plastiktüte erwischt wird, dem droht eine Strafe von bis zu 32.000 Euro oder sogar auch bis zu vier Jahren Haft. Noch gibt es keine konkreten Statistiken über die Wirkungen des neuen Verbotes, aber die Supermärkte sind schon komplett auf Mehrwegtüten umgestiegen.

NEUSEELAND

Neuseeland hat sich zu einem drastischen Schritt gegen Mikroplastik entschieden und ab vergangenem Jahr verboten, dass Mikrokügelchen in Pflegeprodukten wie Shampoo, Rasierschaum und Sonnencremes enthalten sein dürfen. Denn die nur 0,5 bis 500 Mikrometer großen Partikel können häufig nicht von Kläranlagen herausgefiltert werden und gelangen über das Duschwasser in den Wasserkreislauf. In anderen Ländern mit einem solchen Verbot hatten Kosmetikhersteller daraufhin schlichtweg neue Produktkategorien erfunden, die ihre Waren nicht mehr als „Pflegeprodukt“ einsortierten, um das Verbot zu umgehen.

 

FOTO  iStock.com/mattjeacock

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