Die fabelhafte Welt von Kamikatsu

Es war einmal eine kleine japanische Stadt namens Kamikatsu. Sie lag so abgeschieden zwischen Bergen und Wäldern, dass viele Menschen in die nächste Großstadt abwanderten. Nur noch 1.600 Menschen waren dort und sie hatten Angst, dass ihre Gemeinschaft zu Tode schrumpfte. Sie fassten einen Entschluss:

Sie wollten die erste abfallfreie Stadt in ganz Japan werden. Statt ihren Müll zu verbrennen, trennen sie ihn in 45 unterschiedliche Kategorien. So haben sie eine Recyclingquote von 80 Prozent erreicht. Die Bewohner fertigen aus alten Kleidern neue Klamotten, andere reparieren kaputte Geräte. Wer ein Picknick machen will oder eine Feier ausrichtet, kann sein Geschirr kostenlos leihen. Sogar ein Gemeinschaftshaus haben sie sich aus Abrissmaterialien gebaut. Als Bodenbelag dienen beispielsweise alte Fliesen aus einer verlassenen Fabrik. Gereinigte Flaschen wurden zu einem individuellen Kronleuchter umfunktioniert und die Wände sind mit recyceltem Zeitungspapier verkleidet. Im Kamikatsu-Gemeinschaftshaus ist nun das schöne Leben eingekehrt. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann wirtschaften sie noch immer in nachhaltigen Kreisläufen.

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