Der andere Freitag

 

Wenn alljährlich nach dem Erntedankfest der Einzelhandel den Black Friday ausruft, strömen Massen von Menschen in die Shoppingtempel und kaufen, kaufen, kaufen. Es ist der irrste Tag in einer Welt, die gerade an ihrem Hyperkonsumismus zerbricht. Schon zum zweiten Mal hat die Berliner Stadtreinigung (BSR) im November 2019 dazu ein Gegenangebot gemacht und ganz Berlin aufgerufen, mitzumachen: den Abfallfreitag – Berlins Antwort auf die Wegwerfgesellschaft. Anhand von konkreten Projekten und Ideen zum Mitmachen wird gezeigt, wie sinnlich und lustvoll Verzicht sein kann.

So zeigte beispielsweise die Köchin und Autorin Sophia Hoffmann mit einem „Verlorene-Schätze“-Dinner, was man aus Lebensmittel-Abfällen machen kann. Sie verarbeitete Gemüse, das wegen Mäusebissen oder Erfrierungen schon auf dem Feld als unverkäu ich aussortiert wird, wie auch tadellos genießbaren Jogurt mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum. „Mit dem Dinner mache ich die köstlichen Dinge sichtbar, die wir sonst einfach verloren geben“, sagt Hoffmann.

Und auch der Designer Johannes Albert sorgte für restloses Glück. Mit einer mobilen Werkbank tauchte er an ganz unterschiedlichen Orten von Berlin auf und bot Upcycling-Workshops an. Wer wollte, konnte coole Sachen aus Müll basteln: Taschen aus T-Shirts, Portemonnaies aus Getränkekartons oder Blumentöpfe aus Büchern. Dank der formschönen hängenden Solarbeleuchtung konnte man sogar bis tief in die Abendstunden werkeln.

www.BSR.de/abfallfreitag


FOTOS
Annabell Sievert (Dinner) | Johannes Albert (mobile Werkbank)

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