3 Fragen an: Stuart Wolfe

Herr Wolfe, warum eignen sich ausgerechnet Fahrräder so gut zum Upcycling?

Stuart Wolfe: Eine Fahrradgabel bleibt immer eine Fahrradgabel, ein Lenker bleibt ein
Lenker. Sie behalten ihren Charakter, selbst wenn ich daraus etwas Neues mache. Dadurch ist jede Lampe ein Unikat – auch wenn die unterschiedlichen
Modelle der Serie sich im Duktus ähneln. Man erkennt das auch an den
Namen der Lampen: Die Savignyplatz ist anders als Alt-Moabit oder Bollestraße. 

Das sind alles Berliner Orte.
Warum gehören Berlin und Recycling für Sie zusammen?

Stuart Wolfe: Jede Großstadt sollte dieses Thema ganz selbstverständlich aufnehmen.
Aber hier in Berlin wird es als trendy angesehen, aus Altem etwas Neues zu
machen. Deswegen passen meine Lampen sehr gut zur Stadt – oder die Stadt zu den Lampen.

Wenn Sie ein Fahrrad sehen: Was passiert dann in Ihrem Kopf?

Stuart Wolfe: Es ist für Bildhauer ja nichts Neues, aus Fundstücken Kunstwerke zu erschaffen. Das hat auch Picasso getan. An einem verregneten windigen Tag ging das auch mir so: Ich hatte beim Anblick eines völlig kaputten, verrosteten Fahrrads plötzlich ein klares Bild von einer Lampe vor mir. Kaum hatte ich das zu Ende gedacht, drängten sich mir die zahllosen Möglichkeiten geradezu auf, wie man die Fahrradteile noch einsetzen kann. Inzwischen habe ich bereits 30 Geschmacksmuster angemeldet und weitere in der Schublade.

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