3 Fragen an Jenny Weidt

Jenny Weidt, die nicht nur auf Spaziergängen Müll sammelt, sondern ihr Leben und Arbeiten dem grünen Leben unterordnet.

Wie reagieren die Menschen darauf, wenn Sie unterwegs Müll aufsammeln?
Als ich anfing, war das ein Impuls. Ich konnte nicht anders, als den Müll, der am Boden lag, aufzuheben. Auch wenn es nur wenig positive Rückmeldungen gab, haben sie mich bestätigt: Wenn ich mit gutem Beispiel vorangehe, werden mir andere folgen. Tatsächlich: In meinem Freundeskreis und über meinen Instagram-Account entdecken immer mehr Menschen den Spaß am Müllvermeiden.

Sie haben eine Filmproduktion gegründet, die nachhaltig sein möchte. Was bedeutet das?
Bei „Filmgrün“ lege ich offen, wie ich nachhaltig wirtschafte, indem ich beispielsweise ein Firmenkonto bei der Ethikbank habe, alle Telefonate mit dem Fairphone führe, Büromöbel aus zweiter Hand nutze, auf Recyclingpapier drucke und Ökostrom nutze. Meine Kunden kommen aus der Nachhaltigkeitsbranche und dem sozialen Bereich. Wir haben die gleichen Werte: Unser Ziel ist es, eine umweltfreundliche Zukunft zu schaffen.

Vermutlich geht Ihr Engagement im Privaten weiter?
Ja, ich achte auf mein Konsumverhalten. Ich spare Plastik und Verpackung, wo ich kann, kaufe bevorzugt Bio und regional, bei Kleidung ausschließlich Secondhand. Bei Kaufimpulsen frage ich mich, ob ich das wirklich brauche, und wenn, ob ich es nicht ebenso gut leihen kann. Im Bereich Mobilität vermeide ich das Fliegen, fahre Bahn, nehme das Fahrrad. Ich versuche nicht nur mein Essen selbst zu kochen, sondern auch Haushaltsmittel und Kosmetik selbst zu machen. Und mein Kind wickele ich mit Stoffwindeln und wasche es mit Baumwollwaschlappen.

www.filmgrün.de