3 Fragen an Eva Lenz-Collier, Kintsugi

Mit der japanischen Reparaturtechnik Kintsugi wird zerbrochenes Geschirr mit einem Goldkleber wieder zusammengesetzt. Die Berliner Künstlerin Eva Lenz-Collier ist fasziniert von der Schönheit des Makels und restauriert damit wertvolle Tassen, Teller und Vasen. Beim Zero Waste Future Festival zeigt sie in einem Workshop, wie das funktioniert.

Name: Eva Lenz-Collier, Alter: 47, Wohnort: Berlin-Kreuzberg, Beruf: Künstlerin
Der beste DIY-Rat, der mir je gegeben wurde: Keine Angst vor dem Material zu haben
Das wichtigste Utensil meines Handwerks: Urushi (Japanlack)
Diese japanische Weisheit inspiriert mich: Besiege dich selber und du wirst deinen Gegner besiegen (Takuan Sōhō)
Ohne diesen Podcast verstehe ich die Welt nicht: Herrengedeck
Diesen Berliner Ort besuche ich regelmäßig: Spaziergänge zum Wochenmarkt am Samstag am Chamissoplatz

Was fasziniert dich an zerbrochenem Geschirr?
Wenn ich ein Objekt im unzerbrochenen Zustand sehe, ist das Perfektion. Scherben sind dagegen willkürlich – sie brechen also die perfekte Oberfläche auf. Wenn das Objekt aber mit der Kintsugi-Technik wieder zusammengesetzt wird, wird die Willkür zu einem Teil der vorigen Perfektion. Es ist, als ob das Objekt nie anders gewollt wäre.

Kintsugi ist eine äußerst aufwändige Handwerkstechnik. Für welche Objekte lohnt sich die Goldverbindung?
Im Grunde ist es für jedes Objekt geeignet, zu dem man eine besondere Verbindung hat. Das hat mit seinem Geldwert nicht unbedingt etwas zu tun.

Zum Zero Waste Future Festival wirst du zeigen, wie Kintsugi funktioniert. Was möchtest du dabei an Berliner:innen weitergeben?
Nur weil etwas zerbrochen ist, ist es nicht wertlos. Bevor wir etwas wegwerfen, sollten wir uns fragen, ob wir es nicht in etwas Schöneres umwandeln können.

www.evalenzcollier.com

Weitere Infos/Termine:
Der Kintsugi Workshop findet am 19. November in der NochMall statt. Es stehen allerdings nur begrenzte Plätze zur Verfügung. Alle Plätze werden im Vorfeld via BSR-Instagram und TrenntMagazin-Instagram verlost.

 

FOTO Daniel Pasche

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