3 Fragen an Claus Gerhardt Bannick

Claus Gerhardt Bannick, der mit seinen Kollegen vom Umweltbundesamt untersucht, wie bedrohlich Mikroplastikpartikel in unseren Abwässern für uns sind.

Woher kommt Mikroplastik?

Mikroplastik kann aus verschiedenen Quellen kommen. Wir unterscheiden zwischen primärem und sekundärem Mikroplastik. Primäres Mikroplastik wird gezielt hergestellt und in verschiedenen Produkten eingesetzt, auch in solchen, die wir teilweise selber benutzen, wie zum Beispiel in manchen
Peelings oder Zahncremes. Sekundäres Mikroplastik entsteht durch den Zerfall von Plastikprodukten, die beispielsweise in der Stadt oder draußen in der Natur weggeworfen werden. Sonne, Sand und Wind sowie Alterungsprozesse der Kunststoffe sind dafür verantwortlich, dass am Ende des Zerfalls viele kleine Partikel entstanden sind – das Mikroplastik.

Warum gilt es als „tickende Zeitbombe“?

Zurzeit mag ich nicht beurteilen, ob Mikroplastik eine „tickende Zeitbombe“ ist. Die Berichte von Kunststoffansammlungen im Meer sowie die Zahlen des jährlichen Kunststoffverbrauches und die dadurch vorhandenen potenziellen Möglichkeiten von Einträgen in die Umwelt sind meines Erachtens Anlass genug, sich ausführlich mit der Thematik zu befassen und auch über Maßnahmen nachzudenken, wie dies im Meeresschutz ja bereits erfolgt. Kunststoffe sind grundsätzlich hervorragende Werkstoffe und aus unserem täglichen Leben kaum noch wegzudecken. Unkontrolliert in die Umwelt verbracht gehören sie allerdings nicht. Gerade die Langlebigkeit führt dazu, dass sich diese Materialien in Gewässern oder Böden anreichern können.

Wie lässt sich Mikroplastik stoppen? 

Ein Weg, um zu einer Reduktion von Mikroplastik zu kommen, wäre, sorgsamer mit Kunststoffen in der Umwelt umzugehen. Dies gilt für Produkte, wie zum Beispiel Dämmmaterialien, Folien, aber auch Textilien. Ebenso ist der Umgang mit Abfällen in den Blick zu nehmen, die in die dafür vorgesehenen Tonnen gehören – sei es zuhause oder unterwegs. In Stadt, Feld, Flur oder Gewässer gehören Eispapier, Zigarettenkippen oder Kunststoffbecher jedenfalls nicht. Schön wäre es auch, wenn sich jeder überlegen würde, ob es nicht gleichwertige Alternativen zu Kunststoffprodukten gibt. Mit weniger Kunststoffen wird grundsätzlich auch die Möglichkeit geringer, dass diese in der Umwelt landen.  

Foto Clara K. B.

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