3 Fragen an Bea Johnson

Bea Johnson, sie gilt als Päpstin der Zero-Waste-Bewegung und hat mit ihrem Buch „Glücklich leben ohne Müll!“ ein Standardwerk zur Müllvermeidung geschrieben.

Du sagst, es gäbe viele Missverständnisse über Zero Waste. Welche sind das?
Die Menschen glauben, es geht darum, mehr zu recyceln, dabei geht ­es vielmehr darum, weniger zu recyceln. Es dauert auch nicht länger,  ist nicht teurer und vor allem bedeutet Zero Waste nicht, dass man ­wie ein Hippie aussehen muss. Es ist das genaue Gegenteil.

Also ist Zero Waste gar nicht so kompliziert, wie alle immer glauben? Wie fange ich am besten damit an?
Es ist die „Zero“, die den Menschen Angst macht, weil sie so schwer zu erreichen klingt. Ist es aber nicht. Man muss nur meiner Methode der fünf R folgen. 1. Am wichtigsten ist „Refuse“, also nein zu allem sagen, was du nicht wirklich brauchst, wie zum Beispiel Werbegeschenke oder Plastikbesteck. 2. Reduziere die Dinge, die du tatsächlich brauchst. 3. Reuse, also Wiederbenutzung. Kauf Secondhandkleidung und benutze Mehrwegartikel. 4. Recycle über die Wertstofftonne, was du nicht wieder benutzen, austauschen oder ablehnen kannst. ­ 5. Und „Rot“ ist englisch für verrotten – also kompostiere den Rest.

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Aber erst mal alle Einwegprodukte durch Mehrwegprodukte austauschen ist doch bestimmt teuer…
Mein Ehemann war auch erst skeptisch, weil er dachte, dass das sicherlich viel teurer wird. Als ich ihn dann zwang, unsere Konto­auszüge aus dem Jahr 2005, in dem wir noch nicht Zero Waste praktizierten, mit denen aus dem Jahr 2010 zu vergleichen, stellte er fest, dass wir seitdem insgesamt 40 Prozent unserer jährlichen Haushaltskosten einsparen. Und wusstest du, dass 15 Prozent der Preise meist nur die Kosten der Verpackungen abdecken? Das bedeutet, Produkte aus dem Schüttgutbehälter sind sowieso schon einmal 15 Prozent billiger.

www.zerowastehome.com

FOTO  Jacqui J. Sze