10 Jahre – Trenntförderung

Wo immer spannende Ideen oder interessante Projekte den Gedanken der Abfalltrennung oder Müllvermeidung fördern wollen, hilft die Stiftung Naturschutz Berlin mit den Mitteln des Förderfonds Trenntstadt Berlin. Ob Abfallvermeidung, Wiederverwertung oder Umweltbildung, ob Verein, Verband, Unternehmen, Initiative oder Privatperson.

Die Stiftung Naturschutz Berlin nimmt Ihren Förderantrag entgegen. Weitere Informationen unter:
www.stiftung-naturschutz.de/ wir-foerdern/projektfoerderung/foerderfonds-trenntstadt


Wir sprechen mit Frau Annette Nawrath, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Naturschutz Berlin, über Weltrekorde, sprechende Hunde und welche Projekte förderfähig sind:

Zehn Jahre Projektförderung durch den Förderfonds Trenntstadt – wer und was wurde gefördert?
Wo soll ich da nur anfangen? Ganz spontan fällt mir „Berlin tüt was“ ein. 2014 hat die Aktion gegen die Plastiktütenflut 3.000 engagierte Menschen mit 30.000 gesammelten Plastiktüten auf das Tempelhofer Feld gelockt. Am Ende konnten wir mit der Deutschen Umwelthilfe und der Berliner Stadtreinigung den Weltrekord mit der längsten Plastiktütenkette der Welt aufstellen und somit ein starkes Zeichen für Abfallvermeidung und Ressourcenschonung setzen.

Muss es denn immer gleich ein Weltrekord sein, um gefördert zu werden?
Ganz im Gegenteil! Das Hörspiel „Rezzo“ erobert klammheimlich die Kinderzimmer. Ein sprechender Familienhund, viele unglaubliche Abenteuer und ganz nebenbei ganz viel spielerisch vermitteltes Wissen über Mülltrennung und -vermeidung. In der Hauptsache muss es ein originelles oder kreatives Projekt sein!

Woran machen Sie den Erfolg eines Projekts fest?
Zum einen natürlich an der positiven Resonanz in den Projektauswertungen und zum anderen bin ich als Teil des Vorstands dicht am Geschehen. Ich erlebe oftmals eins zu eins, wie Berlinerinnen und Berliner auf die Projekte reagieren.

Das heißt, Sie gehen auch mit auf die Straße?
(lacht) Ja, manchmal! Für eine Aktion des „Better World Cup“ habe ich schon am Tag des Kaffees Heißgetränke auf dem Breitscheidplatz ausgeschenkt oder auch das 1.000. Partner-Café begrüßt.

Kaffee gegen Plastiktüten?
Kaffee im Mehrwegbecher! Der „Better World Cup“ ist eine Initiative der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, der BSR, der Stiftung Naturschutz Berlin und vieler Umweltverbände mit dem Ziel, die Einwegbecher bei To-go-Getränken berlinweit zu verringern. Bei dem Projekt werden Verkaufsstellen von To-go-Heißgetränken geworben, die die mitgebrachten Mehrwegbecher der Kundinnen und Kunden befüllen. Natürlich soll auch über die enorme Ressourcenverschwendung aufgeklärt werden. In der direkten Ansprache habe ich erlebt, wie man mit Aufklärungsarbeit und liebevoll geplanten Aktionen viel im Bewusstsein der Verbraucherinnen und Verbraucher ändern kann. Und ich bin sehr gespannt, welche großartigen Projekte wir in Zukunft ideell und finanziell unterstützen.

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Ein Wurf ein Treffer
Die Abfallberatung des BUND hilft, den Müll richtig zu trennen.

Die Großstadtgesellschaft wächst zunehmend und ändert sich rasant. In den letzten Jahren ist Berlin nicht nur bunter geworden, sondern auch umweltbewusster. Zynisch formuliert könnte man sagen: Plastik sei Dank – das Bewusstsein für ganz praktischen Ressourcenschutz ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Trotzdem ist es noch schwierig, schlechte Gewohnheiten zu ändern – denn mit der Stadt wachsen leider auch die Müllberge. Und was kann man dagegen tun? Das klären die Beraterinnen und Berater des Berliner Abfallchecks kostenlos und im Dialog vor Ort. Beim Besuch schauen sie, wie man in der Wohnung Müll trennen und vermeiden kann, was am Müllstandplatz im Hof richtig oder potenziell besser gemacht werden kann. „Wir thematisieren bewusst und offen das Verhalten, ohne dabei auf Verbote und Gebote zurückzugreifen oder ökonomische Anreize verändern zu müssen“, sagt Matthias Krümmel, der als Referent für Klimaschutzpolitik beim BUND arbeitet. „Damit geben wir immer wieder den letzten Motivationsschub für echte Veränderungen im eigenen Haushalt, in der Nachbarschaft der Mehrfamilienhäuser oder auch im Kiez.“ So machen sie aus der Abfallberatung eine echte Klimaschutzberatung.

Terminvereinbarung unter:
www.berliner-abfallcheck.de

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Von Menschen und Ratten
Eine Theatergruppe mit Besen und Trillerpfeife mimt den Ordnungsstaat.

Sie tragen Uniformen, haben Besen in der Hand und Pfeifen im Mund. Wie eine Mischung aus Polizisten und Straßenfegern sehen sie aus, sind aber Schauspieler von „Müll & The Gang“, die mit viel Getöse auf den herumliegenden Müll und seine Entsorgung aufmerksam machen. Die Müll-Street-Boys und -Girls bege ben sich an Wochenenden auf die Kreuzberger und Neuköllner Straßen, wo in Feier- oder Urlaubsstimmung achtlos Kippen, Kronkorken, Pappbecher, Pizzapappen oder Flaschen weggeworfen werden. Wenn sie was davon auf ihrem Weg finden, ertönen alarmierend die Pfeifen. „Woher kommt denn das? Haben Sie das weggeworfen?“, fängt das Verhör bei Passanten an. Bereits zuvor schickte die Berliner Regisseurin Andrea Bittermann Schauspieler und Schauspielerinnen in die Welt der Müllerzeuger. 2012 steckte sie diese Rattenkostüme und ließ sie auf dem Tempelhofer Feld in Aktion treten, um Menschen wachsam und freundlich auf all das hinzuweisen, was nicht liegen bleiben sollte. Denn nach einem entspannten Picknicktag gleicht das Feld einem Schlachtplatz, der höchstens noch für Ratten ein Paradies ist.

Aktuelle Spieltermine unter:
www.berlin-die-ratten-kommen.de

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Mit Rezzo um die Welt
Das Hörspiel „Rezzo“ erzählt von einer Reise durch den Umweltschutz.

Der Hund Rezzo ist kein normales Haustier. Er kann sprechen und so schnell mit dem Schwanz wedeln, dass dichter Nebel aufkommt und er plötzlich ganz woanders ist. Aber das wissen nur seine kleinen Besitzer, Klara und Jonas. Die Geschwister werden von Rezzo auf ein Abenteuer mitgenommen. Der vierbeinige Held reist mit den Kindern in den Wald, in das Haus eines Upcycling-Künstlers oder in einen Leihladen. Diese Reise durch die Welt der Ressourcen wird in drei Staffeln des Umwelthörspiels „Rezzo“ kind gerecht erzählt.

Kostenloser Download unter:
www.rezzo.berlin

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Abenteuer in der Plastiksuppe
Ein Kinderbuch erzählt, wie verschmutzt deutsche Gewässer sind.

Der Poolreinigungsroboter PIWI und die Katze Wilma wollen den nächstgelegenen Bach aufräumen. Doch dabei bleibt es nicht. Von dort beginnen sie eine lange Reise über Panke, Spree, Havel und Elbe bis zur Nordsee. Überall findet PIWI Freunde – aber auch viel Müll. Er schwimmt in einer Suppe aus Berliner Verpackungsabfällen, Zigarettenkippen und anderem Müll auf den deutschen Wasserstraßen. „PIWI und die Plastiksuppe“ ist ein Bilderbuch des Vereins „Project Blue Sea“, dessen Ziel es ist, Kinder von der 1. bis zur 6. Klasse für das Thema Umweltverschmutzung zu sensibilisieren und zu zeigen, was sie selbst dagegen tun können. In seiner Reise zeigt uns PIWI die Auswirkungen vom Kunststoffmüll in der Wasserwelt und wie wir darauf Einfluss nehmen können. Neben dem Buch haben die Autorin Angelika Heckhausen und Project Blue Sea e. V. einen Bildungskoffer zusammengestellt, um das Thema Meeresmüll und Plastik spielerisch aufzugreifen.

Koffer-Ausleihe für Schulen und Buch-Downlaod unter:
www.piwipedia.de

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Berlin tüt was
Weltrekord auf dem Tempelhofer Feld

An einem sonnigen Septembertag 2014 wurde mit 30.000 Plastiktüten auf dem Umweltfest in Berlin Geschichte geschrieben. Etwa 3.000 Berlinerinnen und Berliner kamen auf dem Tempelhofer Feld zusammen und bildeten die längste Plastiktütenkette der Welt. Die aus England angereiste Vertreterin von Guinness World Records trat auf die Bühne und bestätigte: Ein neuer Rekord wurde aufgestellt! Unter dem Motto „Berlin tüt was“ hat die Stiftung Naturschutz Berlin mit ihren Partnern Deutsche Umwelthilfe und Berliner Stadtreinigung (BSR) zu der Aktion aufgerufen, um auf das Problem des enormen Plastiktütenverbrauchs hinzuweisen.

Den Weltrekord hält Berlin jetzt nicht mehr, denn 2015 haben Schüler der D. F. Malherbe High School in Port Elizabeth (Südafrika) eine über 15 km lange Tütenkette gezogen. Hoffentlich werden solche Rekorde bald nicht mehr möglich sein. In Deutschland hat das Bundeskabinett 2019 ein Verbot von Plastiktüten mit einer Wandstärke unter 50 Mikrometer auf den Weg gebracht.
www.stiftung-naturschutz.de/berlin-tuet-was

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Willkommen im Himmelbett
In einem Gemeinschaftsgarten in Wedding wird mehr als Gemüse angebaut.

Nicht weit von der U-Bahn-Station Leopoldplatz hat sich die Weddinger Nachbarschaft ein kleines grünes Paradies geschaffen. Seit 2012 können Anwohnerinnen und Anwohner, soziale Einrichtungen und für Gärtnern begeisterte Menschen in einem interkulturellen Gemeinschaftsgarten Karotten, Radieschen und vieles mehr aufziehen, Führungen und Workshops zum Thema Urban Gardening besuchen und miteinander Zeit verbringen. Im Himmelbeet sind alle willkommen. Im Sommer 2014 entstand das Himmelbeet-Café, in dem die selbst gezüchteten Kräuter, Früchte und Gemüsesorten zu kreativen Gerichten und Getränken verarbeitet werden können. Das Café zeigt nicht nur, wie man nachhaltig kochen und lecker essen kann, sondern verfolgt auch das Konzept „Low Waste“: Wenn es to go geht, verwenden sie für den Kaffee das Pfandsystem, setzen aber eher auf entspannt sitzen und einen Kaffee trinken und genießen. Außerdem wird der Biomüll aus dem Café für den Kompost im Garten benutzt, sodass ein geschlossener Kreislauf entsteht.
www.himmelbeet.de

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Das grüne Klassenzimmer
In der Naturschutzstation Marienfelde lernen Kinder die Welt des Mülls kennen.

Als 1981 die Marienfelder Mülldeponie geschlossen wurde, gab es wieder Platz für die Natur, die sich das Gebiet zurückeroberte. Büsche, Gräser und Birken machten das weitläufige Gebiet schnell wieder grün. Tiere siedelten sich an. Heute drehen viele im Freizeitpark ihre Laufrunde, picknicken im Schatten der Bäume – oder nutzen ihn als grünen Lernort. Der Verein Naturwacht Berlin e. V. hat dort eine Naturschutzstation aufgebaut, in der Kinder über die Auswirkungen von Müll auf Natur und Umwelt aufgeklärt werden. Bis 2019 veranstalteten sie auch Exkursionen im Rahmen des Projekts „Auf der Kippe“. Das Projekt wurde erfolgreich beendet.
www.stiftung-naturschutz.de/auf-der-kippe

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Becherheld
Die deutsche Umwelthilfe hat Einwegbechern den Kampf angesagt.

In Deutschland fallen jährlich 2,8 Milliarden Einwegbecher für Heißgetränke an. Berlin ist der Hotspot der Coffee-to-go- Kultur, denn hier werden täglich 460.000 und im ganzen Jahr 170 Millionen Einwegbecher verbraucht. Gegen diese erschreckenden Zahlen wollte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) etwas tun. Im September 2015 startete das bundesweite Projekt „Becherheld – Mehrweg to go“. Man wollte über den ökologischen Schaden aufklären, den Einwegbecher anrichten. Mit Erfolg: In den letzten Jahren haben sich viele Café-Betreiber mit dem Thema beschäftigt. Mittlerweile bieten Kaffeeläden und auch Tankstellen zum Beispiel günstigere Heißgetränke an, wenn der Kaffeetrinkende sich einen eigenen Becher mitbringt. Im Rahmen des Projekts forderte die DUH anlässlich der Europäischen Woche der Abfallvermeidung 2019 die großen Coffeeto-go-Anbieter wie Starbucks, McDonald’s, Kamps & Co. auf, ein Pool-Mehrwegbechersystem mit Pfand einzuführen.
www.duh.de/becherheld

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Kommt nicht in die Tüte
Die Deutsche Umwelthilfe kämpft seit Jahren gegen Plastikbeutel. Mit Erfolg.

Theoretisch kämen wir mit nur einer Plastiktüte bequem durch ein ganzes Leben. Vorausgesetzt, die Tüte wird immer wieder verwendet. Das ist jedoch die Ausnahme – in Deutschland werden noch pro Jahr 2 Milliarden Plastiktüten verbraucht oder 3.700 Stück pro Minute. Die Deutsche Umwelthilfe möchte diese Zahl reduzieren. 2013 startete sie das Projekt „Einwegplastik – kommt nicht in die Tüte!“. Das Ziel: Der Handel soll keine Plastiktüten mehr verteilen, der Verbraucher soll nachhaltigere Beutel mitbringen. Dazu wurden die üblichen Taschen nach Aspekten der Herstellung und Entsorgung sowie der Stabilität und Langlebigkeit bewertet. Die DUH fragte sich: Ab wann sind Mehrwegtragetaschen sinnvoll? Welches Material eignet sich am besten? Aus Baumwolle oder aus recyceltem Plastik?
www.kommtnichtindietuete.de

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Müllpopüll
Ein Magazin macht aus dem schmutzigen Thema eine Umwelt-Rallye.

Müll nervt, stinkt und bedroht die Umwelt. Dass Müll aber auch spannend sein und Spaß machen kann – das beweist das Entdeckerheft „Müllpopüll“. Hier wird die ganze Familie eingeladen, spielerisch viel Neues rund um die Themen Recycling und Abfallvermeidung zu lernen, zu basteln und zu experimentieren. Die Maskottchen Fred und Tüte begleiten uns durchs Heft und zeigen, wie man den eigenen Müllberg verkleinern kann und welche Materialien eigentlich darin stecken. Getreu dem Dreiklang REDUCE – REUSE – RECYCLE werden viele Möglichkeiten gezeigt: Ein altes Shirt wird zur Tragetasche, eine Ketchupverpackung zur Klarinette oder ein Fahrradschlauch zu einem Stempel. Die vielfältigen Aufgaben lassen sich gut im Team lösen – mit der ganzen Klasse in der Schule oder der Familie zuhause am Küchentisch.

Bestellung zu Versandkosten unter:
www.entdeckerhefte.de