Zelt-Reste werden zu Zelt-Beutel

Gerade als Bettina Kletzsch überlegte, was sie nach ihrem Modedesign-Studium machen sollte, traf sie nahe ihrem sächsischen Heimatdorf einen Rucksackfabrik-Besitzer wieder. Bei der Besichtigung der Fabrik in Bretnig stieß sie in einer Ecke auf einen Haufen Zelte, der weggeworfen werden sollte. Für Kletzsch bedeuten diese Reste aber mehr, sie symbolisierten für sie „zusammengerollte Geschichten“, wie sie sagt. „Das waren mal Behausungen, in denen DDR-Bürger ihren Urlaub an der Ostsee verbrachten.“

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Es reizte die gebürtige Sächsin, an dem verwaisten Industrieort wieder Rucksäcke aus diesen Relikten zu nähen. Während Bettina Kletzsch Zeltfragmente auseinandernahm und zu neuen Rückenbeuteln zusammenpuzzelte, setzte sie sich persönlich damit auseinander, wie viel sie noch von dem Land, in dem sie aufwuchs, in sich trägt. Nun freut sie sich, falls die Stoffe wieder das Meer sehen.

www.bettinakletzsch.com

Foto Dorothee Kletzsch, Jenny Bewer

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