Waschen für jedes Level

Schon vor 5.000 Jahren erkannte man, dass Pflanzenasche mit Öl vermengt richtig schön sauber macht. Seitdem sind die Rezepturen deutlich komplizierter geworden – und umweltbelastender. Moderne Waschmittel enthalten Duftstoffe, antibakterielle Inhalts- und Konservierungsmittel sowie Füllstoffe.
Mit jedem Spülgang gelangen sie ins Wasser und können auch nach der Aufbereitung im Klärwerk nicht vollständig abgebaut werden.

Wie aus dem Waschen eine saubere Sache für Umwelt und Mensch werden kann, verraten wir hier:

Anfänger

Waschanfänger lassen sich von gefühltem Wissen leiten: Sie dosieren ungefähr, wählen die Temperatur spontan und glauben an die frühlingsfrischen Versprechen der Werbung. Ein paar einfache Umgangsregeln haben sie aber schnell drauf:

Volle Ladung:
Die Maschine ist voll, wenn die flache Hand zwischen Wäsche und Trommel passt.

Weniger ist mehr:
Die Dosierung für das Wasch-mittel richtet sich nach der Wasserhärte, man erfährt sie unter www.wasserhärte-deutschland.de.
Sauber wird’s schon bei 30 Grad.

Lieber fest als flüssig:
Pulverförmige Waschmittel sind durch weniger Tenside besser als flüssige. Produkte mit dem EU-Umweltzeichen sind eine gute Wahl.
Buntes liebt Colorwaschmittel, es enthält keine Bleichmittel.

Flecken vorbehandeln:
Statt mehr Waschmittel helfen Hausmittel: Essig oder Backpulver machen vieles wieder rein. Tipps auf www.flecken-entfernen.de.

Keine Zusätze:
Vorwäsche braucht kein Mensch. Weichspüler oder Hygienespüler machen nicht sauberer, können Allergien auslösen und sind zusätzlicher Ballast für die Umwelt.

Mittelstufe

Weil Waschen schlau macht, kennen kluge Köpfe viele Systeme. Sie erklären spielend den Unterschied zwischen Pistazie und Waschnuss und wissen, dass gegen alle Flecken ein Seifenkraut gewachsen ist.

Waschen nach dem Baukasten:
Asche, Seife und Soda – mehr brauchte man früher am Waschtag nicht. Man konnte die Mittel je nach Wäsche zusammenstellen. Das geht auch heute mit Baukasten- oder Tandemsystemen. Die Komponenten bestehen aus einem Basis-Waschmittel, Wasserenthärter und Bleichmittel. Das flecklösende Bleichmittel ist nur bei starkem Schmutz oder hartnäckigen Flecken nötig.

Nussknacker:
Die mehrmals verwend­baren Waschnüsse sind die Früchte des Waschnuss- oder Soapnut-Baumes. Das in der Schale enthaltene Saponin löst Fett und Flecken aus Textilien, ohne dabei Farben und Fasern anzugreifen. Dazu wird die Schale von drei bis sechs Nüssen in einem Baumwollsäckchen mit zur Wäsche gegeben – gern auch mit ein paar Tropfen Duft­öl. Bei weißer Wäsche passt ein Naturbleichmittel gut dazu. Beides gibt es in Natur- und Bioläden. Dort erhält man auch viele Öko-Waschmittel auf der Basis von Seifenkraut.

Fortgeschrittene

Der Waschprofi hat von Megaperls schon mal gehört, aber das ist lange her. Seine Rezepte sind besser, die Ökobilanz unschlagbar. Und wenn gerade nichts im Haus ist, reicht ein Gang in den Wald, um Nachschub zu holen.

Am besten wäre es natürlich, die Wäsche gar nicht zu waschen, sondern nur zu lüften. Oder sie nach dem alten Kostümbildner-Trick mit Wodka besprühen, der alle Gerüche aufnimmt. Was nach einer langen Nacht in einer Raucherkneipe noch geht, riecht aber auf Dauer muffig.

Wie wär’s mit einem Waschmittel zum Selbermachen? Dafür eignen sich Kastanien, die zerhackt zu einem Sud gekocht werden. Oder die getrockneten und gekochten Wurzeln des Seifenkrauts. Auch aus Efeu lässt sich eine solche Waschbrühe herstellen. Allerdings ist die Anfertigung recht aufwändig und der Sud eignet sich eher für die Handwäsche.

Ein Waschmittel aus Kernseife dagegen ist auch ohne botanische Kenntnisse schnell gemacht.

ILLUSTRATION Julia Fernández