Wann lohnen sich Mehr Wege?

In Deutschland werden jährlich über 30 Milliarden Liter Mineralwasser, Erfrischungs­getränke, Säfte und Bier getrunken. Dabei hat die Wahl, ob Mehrweg- oder Einwegflasche, einen entscheidenden Einfluss auf die Umwelt.

1. Weniger Müll verursachen

Wird eine Flasche mehrfach befüllt, nennt man sie Mehrweg­flasche. Man erkennt sie oft an einem Symbol mit blauem Kreis.
In der Regel bekommt man bei der Rückgabe 8 oder 15 Cent Pfand zurück. Eine Mineralwasserflasche aus Glas, die 0,7 Liter fasst, wird im Durchschnitt 50 Mal wiederbefüllt. Das ersetzt ungefähr 23 Einwegflaschen aus Plastik mit dem doppelten Füllvolumen von 1,5 Litern.

Durch den 1. Kreislauf von Mehrwegflaschen entsteht weniger Verpackungsmüll und es werden weniger Rohstoffe und weniger Energie zur Herstellung neuer Flaschen verbraucht.

Durch den 1. Kreislauf von Mehrwegflaschen entsteht weniger  Verpackungsmüll und es werden weniger Rohstoffe und  weniger Energie zur Herstellung neuer Flaschen verbraucht.

2. Ressourcen schonen

Nach dem langen Leben einer Mehrwegflasche aus Glas kann das Material im 2. Kreislauf vollständig zur Produktion von neuen Mehrwegflaschen eingesetzt werden – und damit Stoffkreisläufe schließen. Ein so genanntes Bottle-to-Bottle-Recycling von PET-Mehrwegflaschen ist im Prinzip machbar, stößt in der Praxis aber (noch) auf qualitative Grenzen.

PET-Mehrwegflaschen können bis zu 20 Mal wiederbefüllt werden, haben ein geringeres Gewicht als Glas-Mehrweg­flaschen und weisen bei längeren Transportstrecken eine bessere Ökobilanz auf.

3. Klimagas-Emissionen reduzieren

Co2-Emissionen im VergleichWenn hier zu Lande alle alkoholfreien Getränke in Mehrwegverpackungen abgefüllt würden, könnten im Vergleich zur Abfüllung in Einwegverpackungen jährlich 1,26 Millionen Tonnen CO₂ eingespart werden. Das entspricht dem jährlichen CO₂-Gesamtausstoß von rund 575.000 Mittelklassewagen, die durchschnittlich 15.000 Kilometer pro Jahr fahren.

4. Regionale Produkte unterstützen

Mehrwegflaschen aus Glas sind vor allem dann ökologisch sinnvoll, wenn der Abfüller aus der Region stammt und die Flaschen nicht weit transportiert werden müssen. Bei Bier lässt sich das gut beobachten: Mehr als die Hälfte aller Bierflaschen werden innerhalb einer Region mit einem Radius von 200 Kilometern vertrieben. Die Mehrwegquote der Bierflaschen ist in den letzten Jahren auf hohem Niveau stabil geblieben: Über 80 Prozent aller Bierflaschen werden wiederbefüllt.

Insgesamt ist die Mehrwegquote allerdings von 71 Prozent im Jahr 1991 auf 45,7 Prozent im Jahr 2012 gesunken. Beispielsweise dominieren im Mineralwasserbereich inzwischen die PET-Einwegflaschen vom Discounter, wofür jährlich zusätzlich 500.000 Tonnen Kunststoff benötigt werden.

Illustration Tidian Camara | Recherche Franziska Voß | Quelle Deutsche Umwelthilfe (2014): Hintergrundpapier – Informationen zum umweltfreundlichen deutschen Mehrwegsystem

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