Von oben herab – von Grund auf neu

Vor dem Haus des Bielefelder Produktdesigners Oliver Bahr stand einst eine Straßenlaterne. Sie war weiß und schön und freundlich, genau wie ihre 5.000 Kolleginnen in Bielefeld.
Aber sie hatte ein giftiges Geheimnis: Sie trug ein Quecksilberdampfleuchtmittel in sich. Eines Tages kam ein Monteur, ließ sich bis zu ihr herauffahren und nahm den Schirm ab.
Er sollte geschreddert werden. EU-Verordnung. Kann man nichts machen. Oliver war traurig. Er wollte wenigstens ein Andenken an die gute alte Zeit bewahren und schleppte den Schirm in seinen Garten. Setzte sich mit einem Brettchen darauf. Und hatte eine Idee.

Er rief seinen Partner Bastian Demmer an und zusammen entwickelten sie das Design und Konzept für den „Statt­hocker“. „Wir lieben es, wenn man dem neuen Produkt nicht ansieht, dass es recycelt wurde“, sagt Oliver Bahr. „Unsere Produkte sollen ihre Berechtigung aus Form und Funktion erhalten – nicht daraus, dass sie aus Altstoffen bestehen.“ Und tatsächlich ist dem Hocker seine hohe Herkunft kaum noch anzusehen.

www.statthocker.de

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