Vom Leder ziehen

Besonders bescheiden klingt es nicht, was die kleine Firma „wet-green“ aus dem baden-württembergischen Reutlingen ihren Kunden verspricht: nämlich die „Revolution in der Lederwelt“.

Das Unternehmen hat einen biologisch abbau­baren Gerbstoff aus Olivenblättern entwickelt, die nach dem Baumschnitt übrig bleiben oder beim Abschütteln der Oliven auf der Erde landen. Aus den Blättern wird ein Extrakt gewonnen, mit dem Tierhaut haltbar und geschmeidig gemacht werden kann. Im Moment werden etwa 90 Prozent aller Leder weltweit mit Chrom gegerbt, einem Mineralsalz, das häufig in zu hoher Konzentration eingesetzt wird und Allergien auslösen kann. Bei hohen Temperaturen kann Chrom krebserregend wirken. Die natürliche Gerbung mit Pflanzenextrakten ist nicht giftig, schont die Ressourcen und hält die Stoffe im natürlichen Kreislauf.  Dafür ist „wet-green“ mit dem Cradle-2-Cradle-Zertifikat in Gold ausgezeichnet worden.

Eine „Revolution“ ist es trotzdem nicht – bevor Chrom zur Ledergerbung eingesetzt wurde, benutzten unsere Vorfahren ausschließlich Naturgerbstoffe wie Eichenrinde oder Kastanienholz. Aber wir wollen hier ja jetzt nicht vom Leder ziehen.

www.wet-green.com