Komm ins Grüne

Überall in Berlin tun sich Menschen zusammen, um gemeinsam Gemüse anzubauen oder Obst abzuernten. Ein Überblick.

Die Integrierer
Seit Mitte der 90er-Jahre bereichern Interkulturelle Gärten das Einwanderungsland Deutschland. Dort begegnen sich Migranten und Deutsche aus unterschiedlichen sozialen Milieus. Gemeinsam wird sich ausgetauscht über Sähen, Ernten, Kompostieren.
www.anstiftung-ertomis.de/urbane-gaerten/interkulturelle-gaerten-ig

Die Urzelle
Mitten auf dem Moritzplatz in Kreuzberg liegt er: der Beginn des Gärtnerns als urbaner Lifestyle. Die Prinzessinnengärten gelten als der erste Nachbarschaftsgarten Deutschlands. Auf einer jahrzehntelang brachliegenden Fläche werden seit 2009 nicht nur über 500 verschiedene Gemüse- und Kräutersorten in Hochbeeten aus Recyclingmaterialien angebaut, sondern vor allem Bildung. Kinder, Erwachsene, Nachbarn, Laien, Hobbygärtner und Frischluftenthusiasten kommen hier zusammen und lernen, wie man lokal Lebensmittel 
herstellt und gemeinsam einen Ort urbanen Lebens gestaltet.
www.prinzessinnengarten.net

Die Allmenden
Nachbarschaftliche Gemeinschaftsgärten wie beispielsweise das Allmende-Kontor 81 auf dem Tempelhofer Feld sind ein Ort des Innehaltens im Großstadttrubel – und ein lebendiger Ort des Schenkens, Tauschens, Selbermachens. Wo die Kiezgärten zu finden sind und welche grünen Projekte in Planung sind, kann man sich auf folgender Plattform anschauen:
www.stadtacker.net

Die Radikalen
„Guerilla-Gärtner“ erkennt man an ausgebeulten Taschen, in denen Samenbomben stecken, schwarzen Fingernägeln, mit denen sie eine trostlose Brache umgegraben haben, oder ein paar Blumenzwiebeln, die sie an öde Orte stecken. Tipps zum Wildgärtnern holen und sich mit anderen Gartenaktivisten weltweit zusammenschließen:
www.guerrillagardening.org

Die Selbstversorger
Wer vor allem darauf aus ist, sich vom selbst angebauten Gemüse zu ernähren, der kann sich im Berliner Umland einen Acker leasen. Ein Gartenteam hilft, den Boden zu bearbeiten und die Saat zu legen. Ernten darf man dann ganz allein.
www.bauerngarten.net

Die Erntehelfer
Äpfel, die nicht abgeerntet werden und sonst an den Bäumen hängen bleiben, werden von Beschäftigten mit Behinderung gepflückt und in einer Slow-Food-Mosterei zu Direktsaft verarbeitet.
www.dasgeldhaengtandenbaeumen.de

Die Laubenpieper
Der traditionellste Weg zum eigenen Fleckchen Grün führt in die Kleingartenkolonie. Wo es Schrebergärten gibt, welche Parzellen zurzeit frei sind und wie man zu einer eigenen Laube kommt, findet man hier:
www.kleingarten-bund.de
www.gartenfreunde-berlin.de

Die Sattsamen
Die Initiative „Stadt macht satt“ sammelt Ideen, wo wir in der Stadt Lebensmittel produzieren können. Gemeinsames Abernten von herrenlosen Obst­bäumen, Wildkräuterwanderungen oder urbanes Gärtnern – es geht darum, einen Gegenentwurf zur globalen industriellen Nahrungsmittel­produktion zu liefern, der nicht nach Verzicht schmeckt.
www.stadtmachtsatt.de

FOTO Marco Clausen/Prinzessinnengarten

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