3 Fragen an Tau Pibernat

Tau Pibernat ist Teil des gemeinnützigen Vereins Trial & Error, der unter anderem Upcycling-Workshops anbietet, einen Tauschladen führt und ein Gartenprojekt anbietet.

Ihr arbeitet sehr vielfältig – gibt es einen gemeinsamen Nenner aller Projekte?
Wir wollen Alternativen bieten und kreativen Aktivismus fördern. Dazu gehört für uns, Verwertungsideen für Müll zu entwickeln und Fähigkeiten zu vermitteln – wie das Nähen und Reparieren von Kleidung – oder mit Tauschprojekten zu zeigen, dass man nicht viel konsumieren muss, um alles zu haben.

In Neukölln öffnet Ihr jeden Donnerstag einen Kleidertauschladen. Was bietet Ihr da an und wer nimmt das Angebot wahr?
Es gibt Laufpublikum, Leute, die auf Empfehlung kommen, und wir machen mit Flyern auf uns aufmerksam. Von der jungen Mutter, Touristen und Männern aus der Nachbarschaft bis hin zu älteren Damen sind bei uns im Laden alle vertreten. Wer zu uns kommt, kann die Kleidung anprobieren und mitnehmen, auch wenn er selber noch nichts zum Tauschen oder Spenden mitbringt. Die meisten kommen wieder – und bringen dann auch Kleidung zum Tauschen mit.

Und dann macht Ihr noch etwas, das heißt „Trashion“. Was ist das denn?
Das ist eine Wortschöpfung, die Trash und Fashion verbindet. Uns gefallen die konventionellen Produktionsmodelle von Mode nicht – die Arbeits­bedingungen, der Raubbau an der Natur, die unaufhörliche Neuproduktion. Mit Trashion wollen wir alternative Möglichkeiten zeigen – mit einem Festival wie „Recycled Creativity“ in diesem September, bei dem wir zum
Thema Upcycling informieren, oder mit einem bunten Karneval mit selbst ­gemachten Kostümen aus Müll wie im Rahmen der „Butt and Better“-Parade während der diesjährigen Berlin Fashion Week.

www.trial-error.org

Foto Roland Pretz

Schlagworte des Artikels
, , , ,