Trenntwende: Unsere Stadt. Unser Müll. Unsere Idee!

Mehr als 3,5 Millionen Einwohner teilen sich die Stadt. Und täglich fallen Unmengen an Müll an. Was könnte Berlin noch sauberer, noch besser machen? Der Wettbewerb Trenntwende suchte auch 2012 kreative und nachhaltige Ideen, wie Müll besser getrennt, verwertet oder gar vermieden werden kann. Über 100 Berlinerinnen und Berliner reichten innovative Projekte ein, die besten wurden auf einer festlichen Preisverleihung im Schloß Friedrichsfelde im August 2012 prämiert. Dort erhielten die Initiatioren neben der Anerkennung ihres Engagements Geldpreise, um ihr Vorhaben weiterzuentwickeln.

Dies sind die Preisträger in der Kategorie Bildungseinrichtungen:

Ausgezeichnet wurde eine Initiative derBrillat-Savarin-Schule, einer Berufsschule für Hotelfachleute und Köche. In ihrer Ausbildung werden die Themen Mülltrennung und Abfallvermeidung groß geschrieben – die Azubis führen künftig Bestandsaufnahmen in ihrem Betrieb durch, erarbeiten Maßnahmen und entwickeln Checklisten für Management, Mitarbeiter und Gäste. www.osz-gastgewerbe.de

Wann haben Sie zuletzt eine gelbe Telefonzelle in der Stadt gesehen? Wenn Sie demnächst eine entdecken, nehmen Sie sich Zeit zum Stöbern: Schüler und Lehrer der Berliner Oberstufenzentren entwarfen mit dem Institut für Nachhaltigkeit in Bildung, Arbeit und Kultur dieBücherboXX, eine kleine öffentliche Bibliothek in ausgedienten Telefonzellen. Wer zu viele Bücher hat, stellt diese hinein, wer lesen möchte, nimmt sich eines heraus. www.inbak.de

Vom Lesen zum Forschen: Die Meere leiden unter einer immensen Plastik-Müllflut. Aber wie sieht es eigentlich vor unserer Haustür aus? Sind unsere Flüsse mitverantwortlich? Dies soll nun an Bord der Schiffe „Cormoran“ und der „Wassermann“ herausgefunden werden, die das Wasser der Spree und verschiedener Berliner Seen auf Plastikmüll untersuchen. www.das-schiff-berlin.de

Die ausgezeichneten Ideen aus Privathaushalten:

Murks? Nein danke! Das ist das Motto von Stefan Schridde, der eine gleichnamige Website betreibt. Er setzt sich aktiv dafür ein, dass Produkte wie z. B. elektrische Zahnbürsten eine längere Lebensdauer haben und nicht – wie so oft – kurz nach Ablauf der Garantiezeit kaputtgehen, denn: Hersteller bauen oft bewusst Schwachstellen ein. www.murks-nein-danke.de

Plastiktüten gehören zu unserem Alltag, aber müssen es gleich 500 sein? Die nämlich verbraucht im Durchschnitt jeder Europäer im Jahr. Um diese hohe Zahl zu reduzieren, entwarf Stefan Schott REJute, einen Pfand-Jutebeutel für den Einkauf. Er kostet 70 Cent und kann beim nächsten Einkauf im Supermarkt wieder zurückgegeben werden. Dafür erhält der Kunde 50 Cent und die gereinigten Beutel werden wieder eingesetzt.

Seit es Coffee-to-go gibt, gibt es viel weggeworfene Kaffeebecher. Davon zeugen auch die Abfalleimer deutscher Unis und Hochschulen. Studierende der Hochschule für Wirtschaft und Technik (HTW) etablierten eine umweltfreundliche Alternative. An der HTW, der FU und der TU wird nun der eigens entwickelte CampusCup aus Porzellan angeboten. Er ist wiederverschließbar, hält den Kaffee länger warm und setzt auf dem Campus ein Zeichen für Umweltbewusstsein. www.einleuchtend.org

Auch Unternehmen beteiligten sich am Trenntwende-Wettbewerb, dies sind die Gewinner:

Was viele nicht wissen: 40 % der Ernte wird jedes Jahr vernichtet, weil es nicht der Norm entspricht. Die zu krumme Gurke, die verformte Kartoffel und der Apfel mit den Beulen werden in der Küche von Culinary Misfits zu leckerem Essen verarbeitet. Das nachhaltige Catering-Unternehmen beliefert Messen und Konferenzen, die Lebensmittel erhalten sie durch Kooperationen mit Bauern oder durch Ernteaktionen. www.culinarymisfits.de

Der ganze Schrank ist voll und trotzdem nichts anzuziehen? Dann wird es Zeit für eineCommon Vintage Kleidertausch-Party, die Karin Fröhlich erdacht hat. Hier kommen Leute zusammen, die ihre Kleidung, die sie nicht mehr tragen, abgeben. Dafür erhalten sie Tauschdollar und können in den anderen Stücken stöbern. Zum Schluss hat jeder etwas Neues im Schrank und nichts weggeworfen. www.commonvintage.com

Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass der Upcycling Fashion Store in Berlin-Mitte ein weiterer Laden für Designermode ist. Doch der Eindruck täuscht: Hier entstehen aus gebrauchten Stücken außergewöhnliche neue – aus Blaumännern Anzüge, aus zwei verschiedenen Hemden ein zweifarbiges, aus ausgedienten Herrenhosen ungewöhnliche Kleider und Röcke. www.upcycling-fashion.com

Gefördert wurde der Trenntwende-Wettbewerb mit Mitteln aus dem Förderfonds Trenntstadt Berlin. Anträge auf Projektförderung nimmt die Stiftung Naturschutz entgegen.