Designwettbewerb – Ulrich Merz: Körbchengrößen

Der Designer Ulrich Merz hat sich auf Mülleimerrecherche begeben. Und was er fand, war erschreckend: Die einst glänzend verchromten Hüllen der Abfalleimer waren übersät mit Dreckspritzern, bunte Plastikeimer hatten kaputte Tretmechanismen, Federn von Schwingmechanismen waren ausgeleiert. Was so schön den Abfall verbergen sollte, war oft selbst reif für die Tonne.

Deswegen will Merz einen „radikal neuen Denkansatz in der Behandlung von Abfällen“ einführen. Und schlägt den Buddy als Mülleimer der Zukunft vor. Das rote kunststoffummantelte Drahtgestell soll nichts mehr verbergen. Im Konzept schreibt der Designer: Zeige mir deinen Müll und ich sage dir, wer du bist. In vier Kammern können Tüten für Hausmüll, Plastik, Biomüll und Papier eingesetzt werden. Unten drunter passt sogar noch Altglas. Weil der Buddy so zurückhaltend gestaltet ist, erfindet er sich mit jeder eingesetzten Tüte neu. „Das Trennsystem wird durch die Wahl der verwendeten Tüten selber gestaltet“, heißt es bei Merz, „eine schöne oder witzige Tüte kann als Außenhülle für den eigentlichen Müllbeutel dienen.“ Dass der Buddy in seiner Schlichtheit an einen Einkaufskorb aus dem Supermarkt erinnert, ist übrigens Absicht. Es soll den Verbraucher schon im Supermarkt daran erinnern, wohin ein Teil seiner Einkäufe landet: vom Körbchen ins Körbchen.

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