Schnippeln und zappeln

Da wird eine zweibeinige Möhre singend geputzt und ein aufgeplatztes Radieschen taktvoll geschrubbt. In der „Schnippel­disko“ verarbeiten Partygäste unförmiges Gemüse, das nur wegen seines Aussehens auf dem Müll landen würde, zu leckeren Suppen oder Eintöpfen. Dazu legen DJs auf oder Bands spielen. Die Idee wurde in Deutschland erprobt und hat sich rasend schnell verbreitet, unter anderem nach Paris, London und Kenia. Die 30-jährige Marah Köberle probierte die ungewöhnliche Party in ihrer Wahl-Heimat Nairobi aus: „Da die europäischen Supermärkte nur perfekt aussehende Produkte wünschen, wird in Kenia bis zu 40 Prozent des Obst und Gemüses aussortiert“, erklärt die gebürtige Deutsche. Und das in einem Land, wo über ein Drittel der Kinder mangel­ernährt sind. Ein Teil der Lebensmittel wird zwar gespendet, die Mehrheit endet aber als Tierfutter oder Kompost. „Gemeinsam mit 600 Leuten kochen, tanzen, diskutieren und anschließend ein Festmahl genießen, das nicht mehr als Essen bestimmt war – das ist großartig!“

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