Platz 1: Grillen

Wenn die Temperaturen endlich ins Zweistellige rücken und sich der letzte Schneemann gerade verabschiedet hat, ist es so weit: Auf Grünflächen weit über das Tempelhofer Feld hinaus werden die ersten Duftfahnen von frisch Gegrilltem gehisst. Sport frei zum Angrillen! Doch damit der Deutschen liebster Volkssport nicht die Umwelt ins Schwitzen bringt, sollte man ein paar Dinge beachten.

grill-1An den Grill, fertig, los!
Aber halt: Mit dem Austragungsort steigt oder fällt jede B-Note in Sachen Umweltverträglichkeit. Das Grillen mit Gas ist klimafreundlicher als die gängige Holzkohle-Variante. Entscheidend ist dabei, dass sich Gas optimal dosieren lässt – denn damit läuft der Gasgrill sogar der strombetriebenen Variante den Rang ab. Und falls es doch der gute alte Holzkohlegrill sein muss, lohnt es sich, zu einem Modell mit Fett-Flammen-Rost zu greifen. Wer die Wahl hat, sollte zu einem Gasgrill greifen.

grill-2Ausrüstung komplett?
Die Mehrheit der Bevölkerung übt sich immer noch aktiv am Grillen mit offenem Feuer. Damit dabei nicht gleich unser Klima in Hitzewallungen gerät, sollte auf die Herkunft der Grillkohle geachtet werden. Vorteilhafter ist auf jeden Fall FSC- oder DIN-zertifizierte Grillkohle aus heimischem Laubholz. Diese garantiert, dass bei der Herstellung der Holzprodukte soziale und ökologische Kriterien beachtet wurden und die Brennstoffe kein Pech, Erdöl, Koks und keine Kunststoffe enthalten. Übrigens: Alte Kohle brennt viel schneller als frische!

grill-3Warm-up nicht vergessen!
Grillen ist kein Leistungssport. Dem darf man sich gerne in vollen Zügen widmen – selbst dem Anheizen. Ein gutes Feuer braucht ein wenig Geduld und Fingerspitzen­gefühl. Eine Viertelstunde sollte dafür eingeplant werden. Doch bitte Hände weg von chemischen Zündhilfen, Papier oder Kiefernzapfen! Diese setzen krebserregende Stoffe frei. Stattdessen sollten Pressholz mit Öl oder Wachs, Reisig oder Holzspäne verwendet werden. Faustregel: Grillgut erst auf den Rost legen, wenn die Anzündhilfen vollständig verbrannt sind!

grill-4Die Wahl zum Spieler des Tages.
Das Beste am Grillen: die großartigen Spieler.
Es muss nicht immer Fleisch sein. Wie wär’s mal mit Tofu, Grillkäse oder Gemüse? Und selbst Bananen lassen sich zu einer leckeren Nachspeise erwärmen. Beim Einkauf sollte in jedem Fall auf regionale Herkunft und Bio-Zertifizierung geachtet werden. Denn Massentierhaltung, zugeführte Hormone und Antibiotika gehören keinesfalls zum Fair Play.
Wenn Fisch (siehe auch Rezept nächste Seite) auf dem Rost landen soll, dann bitte ein Exemplar mit MSC-Siegel.

grill-5Achtung: Auch Haltung wird bewertet.
Damit keine Schäden verursacht werden, eignet sich eine solide Ausgangsposition. Wenn Fleisch auf dem Grill landet, will es gut gebettet sein, damit das Fett nicht in die Glut tropft – denn so können krebserregende Stoffe entstehen. Und es muss nicht immer Alufolie sein:
Umweltfreundliche und praktische Brat-Unterlagen sind dünne Steinplatten aus Speckstein, Schiefer oder große, leicht blanchierte Rhabarber- bzw. Kohlblätter.

grill-6Und nun: Aufstellung zur Siegerehrung.
Es folgt der direkte Sprung vom Grill auf die Unterlage. Da ist Stabilität gefragt. Pappteller und Plastikbesteck sind zwar leicht und gut zu transportieren, aber verbiegen, zerbrechen und: Sie füllen Säcke von Müll. Wenn schon Kunststoff, dann bitte in der wieder­-
verwendbaren Variante. Und selbst unterwegs eignen sich altes Geschirr oder die praktische Camping-Ausstattung.
Zum Frischmachen vor Ort kann man Stoffservietten oder Handtücher und eine Flasche Leitungswasser verwenden.

grill-7Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.
Auch beim Grillsport gilt: Vorsicht ist Nachsicht. Wenn man beim Einkauf auf unnötiges Verpackungsmaterial verzichtet, kann man sich Aufräumarbeiten sparen. Ein Korb oder Stoffbeutel ist dem sportlichen Einkäufer sein Turnschuh: Immer am Mann.  Denn lose Ware ist im Gegensatz zu abgepackter oder tiefgefrorener Nahrung natürlicher und kommt ganz hüllenlos daher.

 

Illustrationen: Juliane Filep

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