Plastikpiraten

Wer im vergangenen Herbst Jugendliche sah, die eifrig in Flüssen fischten – und sich über einen Plastik­fang freuten –, traf die „Plastikpiraten“.

Sie waren weder auf Schatzsuche noch angelten sie dicke Fische. Sie erforschten wie echte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zerrissene Tüten, weggeworfene Plastikflaschen oder verknotete Angelschnüre. „Die Kinder waren fast ein wenig enttäuscht, weil sie in der Isar nur ein paar Plastikschnipsel, Bierdeckel und Glasscherben fanden“, erzählt Lehrerin Ellen Flemisch von einer Montessorischule in München. So wie viele andere Schulkinder im Alter zwischen 10 und 16 Jahren suchten, zählten und dokumentierten sie das Treibgut oder den Müll am Ufer von deutschen Flüssen. Innerhalb von zwei Monaten wurden so bundesweit 182 Datensätze zur Plastik­belastung in deutschen Flüssen auf einer digitalen Deutschlandkarte erhoben und von der Kieler Forschungs­werkstatt weiter ausgewertet. „Den Kindern hat vor allem gefallen, dass sie etwas zu einer echten Studie beitragen konnten“, erzählt Lehrerin Flemisch. Wegen des großen Erfolgs wird auch dieses Jahr wieder gemeutert: Die Citizen-Science-Aktion „Plastikpiraten – Das Meer beginnt hier!“ läuft erneut vom 1. Mai bis zum 30. Juni 2017.

Mehr Infos auf: www.wissenschaftsjahr.de/jugendaktion

ILLUSTRATION Tidian Camara

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