Mein Müll & ich: Nimm mich jetzt, auch wenn ich stinke

Er gilt als der kleine Stinker unter den Müllbehältern. Aber wer Bioabfall richtig trennt, kann das umgehen und trägt durchs Trennen sogar noch zu besserer Luft auf Berlins Straßen bei.   

Warum trennen –  was wird aus meinem Bioabfall?

Seit 2013 kommt der Abfall aus der Biotonne in die Biogasanlage der BSR in Ruhleben. Die funktioniert nach dem Prinzip „Kuh“ – aus Bioabfall wird flüssiger und fester Dünger für die Landwirtschaft, die so genannten Gärreste. Und es entsteht Biogas, wie bei der Kuh, nur dass wir das Biogas auffangen, aufbereiten, ins Gasnetz einspeisen und damit unsere Müllfahrzeuge betanken. Dadurch ersetzen wir pro Jahr rund 2,5 Millionen Liter Dieselkraftstoff.
Und ohne Konkurrenz zwischen Tank und Teller – wie zum Beispiel bei der Vergärung von extra angepflanztem Mais – fahren die Hälfte der BSR-Sammelfahrzeuge so klima­neutral, stoßen keinen Dieselruß aus und sind zudem auch leiser als dieselbetriebene Fahrzeuge.

Wer einen Garten hat, kann Bioabfälle auf einem Komposthaufen auch selbst verwerten. Obstreste, Eierschalen und Kaffeesatz werden so zu einem guten Bodenverbesserer für den heimischen Garten. Anders als bei der Biotonne sollten allerdings keine gekochten Fisch- und Fleischreste auf den Kompost. Ratten, Waschbären, Füchse und Wild­schweine könnten das als Einladung verstehen. Also auch mit eigenem Garten und Komposthaufen lohnt sich die Biotonne für alles Organische.

Was darf denn dann in die Biotonne?

Die meisten Menschen wissen, dass Obst- und Gemüsereste, Blumen und andere Gartenabfälle, Eier­schalen, Kaffeesatz und Teeblätter bzw. -beutel in die Biotonne gehören. Was sie oft nicht wissen: Auch gekochte Essensreste dürfen dort hinein – egal ob Gemüse, Fleisch, Fisch oder Molkereiprodukte. Auch über den Rest Öl aus der Pfanne, aufgewischt mit Zeitungspapier oder Küchenkrepp, freuen sich die Mikroorganismen in der Vergärungsanlage. Alles, was biologisch abbaubar ist und viele Kalorien hat, ist gut für die Ver­gärung geeignet. Auf keinen Fall dürfen mineralische Abfälle entsorgt werden: also Erde, Sand, Kies, Asche oder Kleintierstreu. Auch das Katzenklo macht keine Biogasanlage froh.

Wie verhindere ich Geruch und diese nervigen Fliegen in der Biotonne?

Es gehört zu den weniger erfreulichen Aspekten des Mülltrennens, dass sich für die Inhalte der Biotonne auch Fruchtfliegen interessieren. Nicht nur die, sondern auch Geruchsentwicklung lässt sich abmildern, wenn man Essensreste in Zeitungspapier wickelt, bevor man sie wegwirft. Geruchsmindernd wirkt auch ein luftiger Vorsortierbehälter, in dem der Bioabfall nicht in der Feuchtigkeit schwimmt, sondern trocknet. Denn nur was feucht ist, riecht auch. Die BSR bietet in ihrem Online-Shop einen solchen Behälter mit Maisstärkebeuteln an. Papier­tüten sind auch geeignet. Nur Plastiktüten sollte man nicht verwenden, denn in ihnen bleibt der Bioabfall nass und sie haben in der Biogasanlage nichts zu suchen.

Nachgefragt bei:

Franziska VoßFranziska Voß
BSR-Abfallberaterin
Abfallberatung@BSR.de

Telefon 030 7592-4900

 

Franziska Voß ist Expertin für alles, was man loswerden möchte: Sie weiß genau, in welche Tonne welcher Abfall gehört und was danach mit ihm passiert. Ihre Fragen beantwortet sie direkt per E-Mail oder Telefon. Und an dieser Stelle.