Mein Müll & ich – Der besondere Abfall

Ein bisschen Sondermüll und ein paar Schadstoffe hat jeder im Haus. Aber die können fachgerecht und umweltschonend entsorgt werden.

Wohin mit kaputten Elektrokleingeräten, Energiesparlampen und abgelaufenen Medikamenten?

Mixer, Föhn und Toaster halten nicht ewig. Wenn sie ihren Dienst nicht mehr tun, können sie auf jedem Recyclinghof kostenfrei abgegeben werden. Seit letztem Jahr sind größere Händler, die Elektrogeräte und Elektronik verkaufen, verpflichtet, alte Geräte entgegen­zunehmen. Sind Batterien enthalten oder fallen unabhängig davon Batterien an, gehören
sie in die grünen Sammelbehälter, die in Drogerien und vielen Supermärkten aufgestellt sind. Natürlich können sie auch zu den Schadstoffsammelstellen der BSR gebracht werden, ebenso wie Energiesparlampen
und LEDs. Für Letztere gibt es allerdings auch das Rücknahmesystem „Lightcycle“, bei dem Geschäfte, die Leuchtmittel verkaufen, jene auch zurücknehmen. Alle Adressen sind unter www.lightcycle.de verzeichnet.

Wer beim Blick in den Arzneischrank alte Medikamente entdeckt, sollte sie auf keinen Fall in die Toilette kippen. Die Kläranlagen können sie nicht komplett separieren und die Wirkstoffe gelangen ins Grundwasser und
in die Flüsse. Da in Berlin nicht alle Inhalte der grauen Tonnen im Müllheizkraftwerk landen – was der
geeignete Entsorgungsweg ist –, gehören Medikamente auch nicht in den Hausmüll. Die Schadstoffsammelstellen der BSR nehmen sie an. Auch viele Apotheken tun das, verpflichtet sind sie dazu aber nicht.

Was passiert mit den Abfällen? Ist sogar ein Recycling möglich?

Ein großer Teil der Materialien aus Elektrogeräten wird sortiert und in weiteren chemischen und physi­kalischen Verfahren wieder recycelt. Energiesparlampen enthalten neben den elektronischen Bauteilen Glas und Metall, aber auch geringe Mengen giftiges Quecksilber. In Batterien finden sich Stoffe wie Blei und Cadmium. Ein Großteil dieser Elemente kann nach der Aufbereitung wieder verwendet werden. Der Aufwand lohnt sich, denn so werden Ressourcen für die Herstellung gespart und gefährliche Inhalts­stoffe unschädlich gemacht. Medikamente werden nicht recycelt, sie landen in der Verbrennungsanlage.

Wie kann man diesen Sondermüll vermeiden?

Vermutlich lassen sich diese Abfälle nie ganz ausschließen. Wenn auch das Recycling für viele Dinge möglich ist, es ist aufwändig und braucht viel Energie. Am besten ist es daher, Geräte so lange wie möglich zu nutzen und vor dem Wegwerfen eine Reparatur in Betracht zu ziehen. Elektrogeräte können beispielsweise in einem der Repair-Cafés genauer unter die Lupe genommen werden. Wer schon bei der Anschaffung auf wieder­aufladbare Akkus statt Batterien setzt, vermeidet viel Müll. Auch ein defekter Akku, beispielsweise bei Mobiltelefonen oder elektrischen Zahnbürsten, kann über spezielle Anbieter ausgewechselt werden – oft gelingt das mit ein wenig Werkzeug auch dem Laien. Bei der Beleuchtung eignen sich LED-Lampen am besten, denn sie halten lange und verbrauchen wenig Energie. Und wer bei der nächsten Erkältung erst einmal nachschaut, ob die Medikamente im Schrank noch gut sind, statt jedes Mal neue zu kaufen, spart auch hier jede Menge Abfall und wird ganz sicher trotzdem gesund.

Nachgefragt bei:

Franziska VoßFranziska Voß
BSR-Abfallberaterin
Abfallberatung@BSR.de

Franziska Voß ist Expertin für alles, was man loswerden möchte: Sie weiß genau, in welche Tonne welcher Abfall gehört und was danach mit ihm passiert. Ihre Fragen beantwortet sie direkt per E-Mail oder Telefon. Und an dieser Stelle.