Helden, wie wir – Bernd Nass

Klimakrise, Rohstoffkrise, Finanzkrise: Die Welt bewegt sich auf einen Kollaps zu. Da können eigentlich nur noch Superhelden helfen. Glücklicherweise gibt es sie wirklich: jene Menschen mit Ideen, Engagement und Überzeugung. Sie sind unter uns und zeigen, dass in jedem von uns etwas von einem Weltretter steckt.

Bernd Nass, Berliner Urgestein mit Brille und Schnauzbart, lebt für den Verein, bei dem er 1996 als Jugendtrainer anfing. Seine Frau sagt manchmal, er solle doch besser ins Vereinsheim ziehen. „Aus Spaß natürlich“, sagt er grinsend. Aber es stimmt: Wenn er das Sportgelände betritt, fühlt es sich an „wie nach Hause kommen“, sagt er, und das wolle er auch den Jugend­lichen vermitteln. „Die Kids sollen denken, dass dat allet hier auch ihnen jehört“, berlinert er. „Sie sollen det pfleglich behandeln wie ihr eigenes Zimmer und det Kaugummi­papier in die richtige Tonne schmeißen. Dit will ich denen einpflanzen.“ Das Müllaufkommen ist groß, gerade bei den Spielen an den Wochenenden. 20 neue Mülleimer stellte die BSR für das Gelände zur Verfügung. „Wir haben eine komplette Viererkette bekommen“, lacht Nass. Mülleimer in vier verschiedenen Farben: Orange für die Wertstoffe, Grau für den Hausmüll, Braun für Bioabfälle und Grün für Glas. Das Papier wird von einem Vereinsmitglied extra gesammelt und weggebracht.

Auch bei der Müllvermeidung gehen Nass und der SC Borsigwalde voran. Wurst und Pommes werden heute auf Mehrweggeschirr gereicht, viele Mitglieder haben dafür ausrangierte Teller, Tassen und Besteck aus ihren Haushalten mitgebracht. „Det Verständnis ist da“, sagt Nass. Für sein Engagement wurde der Verein bereits zweimal ausgezeichnet: mit dem 1. Platz unter den Berliner Vertretern beim Umweltpreis des Deutschen Fußball-Bundes und dem 2. Platz beim Umweltpreis des Landes­sportbundes Berlin – der von der BSR auch unterstützt wurde.

TEXT Bastian Henrichs | FOTOS Christoph Busse