Frohe Bootschaft

Was wohl besser schwimmt? Ketchup-Eimer oder Europaletten? Aktenordner oder Wassergalonen?
Das sind Fragen, die einem so durch den Kopf gehen, wenn man ein Boot aus Schrott bauen und damit einen Pokal gewinnen will. Zur „Schrottregatta“ Ende August auf der Berliner Dahme haben sich 16 Teams eine Woche lang auf das Gelände des „Funkhauses Grünau“ zurückgezogen, sich durch Berge von Sperrmüll und Zeug gekämpft, um daraus schwimmende Recycling-Kunstwerke zu bauen. Dabei ging es vor allem um den Spaß am Basteln – und auch ein bisschen um Bewusstseinsbildung. „Wir wollten, dass sich die Leute mit dem Thema Weiterverwendung auf möglichst lustige Weise auseinandersetzen“, sagt Jochen Rueß, einer der Veranstalter der Schrottregatta. Beim kollektiven Schrauben erkennt man quasi nebenbei, was sich aus den Resten der Zivilisation noch so alles rausholen lässt: schwimmende Palettenhäuser, Tretboote aus alten Fahrrädern oder Lumpensegel an ausrangierten Rohren. „Ich war überrascht, wie interessiert die jungen Leute über Themen wie Abfallvermeidung und -verwertung diskutieren wollten“, sagt Franziska Voss von der Berliner Stadtreinigung, die während der Bauwoche dort einen Vortrag hielt.

Auf das Wasser haben es dann letztlich zehn Boote geschafft, die von einer Jury nach fünf Kriterien bewertet wurden: Schnelligkeit, Style, Antrieb, Team­spirit und, ganz wichtig, der Upcycling-Faktor.

Unser Fotograf André Wagenzik hat sich für das TrenntMagazin aufs Wasser begeben und die frohe Bootschaft in Bildern festgehalten.