MÜLLKIPPE? BIOTOP! Der Freizeitpark Marienfelde

Vier Millionen Kubikmeter Abfall lassen sich nicht einfach verstecken und so wuchs 30 Jahre lang im Berliner Süden ein Berg aus Müll. Als 1981 die Marienfelder Mülldeponie geschlossen wurde, war wieder Platz für die Natur, die sich das Gebiet zurückeroberte. Büsche, Gräser und Birken machten das weitläufige Gebiet schnell wieder grün und viele seltene Tierarten wie die Knoblauchkröte und die Zauneidechse siedelten sich an. Heute hört man in der Dunkelheit die Nachtigall singen und tagsüber zieht der Turmfalke seine Kreise über Wiesen und Hügeln.

Knoblauchkröten und Zwiebelfrösche
Das Mariendorfer Gelände ist ein vielseitiger Naherholungsraum, hier kann man auf der Wiese in der Sonne liegen oder Pflanzen und Tiere beobachten. Um auf Fasane oder Rehe zu treffen, braucht man Ruhe und Geduld, etwas leichter auszumachen ist ein kleiner „Zwiebelfrosch“. Dies ist der Name der Kindergruppe des NABU – Naturschutzbund Deutschland e. V., der vor einigen Jahren hier eine Naturschutzstation und einen grünen Lernort für Kinder errichtet hat. Begleitet durch einen Naturranger streifen die kleinen Frösche durchs Unterholz, lernen, dass der Feuerkäfer eigentlich eine Wanze ist und die Assel ein Krebs, lesen Spuren der Tiere und erfahren, in welch strenger Organisation Bienenvölker leben.

Abfall fällt hier nicht mehr an
Dass die Natur sich immer wieder selbst regeneriert, alles recycelt und gar kein Müll anfällt, fasziniert dabei besonders. Zu zeigen, dass ein solch ökologischer Kreislauf auch für die Menschen möglich gemacht werden sollte, ist das Ziel eines Umweltbildungsprojektes, das in Marienfelde im Frühjahr 2013 startet.
Unterstützt durch den Förderfonds Trenntstadt wird auf dem Gelände eine „Trenntstation“ errichtet: Eine Kompostierungsanlage zeigt, wie fruchtbare Erde aus allem, was im Garten oder vom Essen übrig bleibt, gewonnen wird. Die Modellanlage eines Biomeilers verdeutlicht, wie Biogas und -wärme erzeugt wird. Hier wird im Kleinen demonstriert, wie bei richtiger Mülltrennung mit kompostierbarem Müll Energie gewonnen werden kann.

Naturschutz zum Anfassen
Vieles funktioniert natürlich auch im Großen: Damit aus Abfall nicht nur Wärme, sondern auch Rohstoffe (wieder)gewonnen werden können, muss er sortiert und getrennt werden. Das fängt in jedem Haushalt an. Aber in welche Tonne soll denn die Brötchentüte mit dem Klarsichtfenster? Die Süßigkeitenverpackung? Ist Hamsterstreu eigentlich Bio-Abfall? Was wohin gehört, kann hier gelernt und auch gleich geübt werden. Das lädt zu weiteren Diskussionen ein, schließlich war hier einmal ein Berg aus unsortiertem Müll: Warum sind Deponien keine Lösung? Was passiert mit der Natur und ihren Bewohnern, wenn Abfall in den Wald geworfen wird? Wo kann überall Müll vermieden werden?

Kinder und Jugendliche wie auch Pädagogen und Eltern finden dazu viele Antworten und Anregungen. Ein anschließender Spaziergang durch den Freizeitpark macht mehr als deutlich: Umweltschutz lohnt sich! Mehr zum Marienfelder Park mit der Naturschutzstation und ihren Angeboten unter www.berlin-marienfelde.de.

Damit Ideen wie diese umgesetzt werden können, gibt es den Förderfonds der Initiative Trenntstadt Berlin. Er stellt finanzielle Hilfen bereit für kreative Ideen, die sich für Abfallvermeidung und Recycling einsetzen. Haben auch Sie eine gute Idee für eine saubere Stadt? Bei der Stiftung Naturschutz Berlin können Sie diese Förderung beantragen: www.stiftung-naturschutz.de/wir-foerdern/foerderfonds-trenntstadt.

Foto NABU/Lindner