Ein Rucksack für das Leben danach

Upcycling Refugee Style

Als die Niederländerin Floor Nagler die Nachrichten einschaltete, stürzten die Bilder von tausenden Gestrandeten an den Küsten von Griechenland auf sie ein. Sie fühlte, dass die Welt vor großen Problemen steht, dass sie etwas tun wollte. Im Januar 2016 fuhr die Künstlerin auf die Insel Lesbos, wo ein Großteil der Geflüchteten aus Syrien anlandete. „Mir fielen die enormen Mengen an Abfall auf, die mit dem Flüchtlingsstrom unvermeidbar an die europäischen Küsten gespült werden“, berichtet sie in ihrem Blog. Zusammen mit ihrer Freundin Didi Aaslund entwickelte sie die Idee, aus den Resten der Schlauchboote der Geflüchteten praktische Rucksäcke zu fertigen. In Workshops sollten die Geflüchteten ohne Strom, mit einfachem Werkzeug innerhalb von einer Stunde selbst ihre neuen Reisetaschen her­stellen können. TV-Sender berichteten über ihre soziale Upcycling-Idee. „Wir beeinflussen die Nachrichten, die uns beeinflusst haben“, sagt Nagler stolz.

Jetzt will sie ihre Idee noch ein Stück weiter entwickeln und mit einem umgebauten Van, in dem eine mobile Nähwerkstatt steckt, in die Flüchtlingscamps fahren. Die Rucksäcke sind schon gepackt.

www.nomadmakers.org

Foto Jan Willem Groen