Du grillst es doch auch!

Der Sommer verleitet zu vielen Sünden. Ganz vorn dabei: Grillfleisch.

Und damit meinen wir nicht nur Menschenkörper, die in der Sonne braten, sondern auch all die tierischen Würste, Steaks und Klopse, die auf dem Rost schmoren. Ob Sie Ihren Tanga-Popo in die Sonne halten, überlassen wir gern Ihnen, aber beim Thema Holzkohlengrill hätten wir ein paar Anregungen.

FOTO plainpicture/Christoph Eberle  |  ILLUSTRATIONEN Tidian Camara

Toby Shea

Ob es für Toby Shea etwas Wichtigeres gibt als den Platz am Rost, das würde man seine Frau Katie und die Töchterchen Skylar, Cassie und Maggie gerne mal fragen. Mit seinem Team „British Bulldog BBQ“ ist der Mann Anfang 40 amtierender Grillweltmeister, seit er 2015 im bratwurstdunstver­hangenen Göteborg die meisten Punkte erbrutzelte. Dabei hatten Shea und seine Bulldogs in der ersten Runde für ihr Wettkampfmenü statt anderthalb Stunden nur 25 Minuten. Die britische Grillcombo hatte sich zwar um das perfekte Einpinseln, die exakte Tempe­ratur und den genauen Zeitpunkt des Wendens Gedanken gemacht, ihre Uhren allerdings nicht auf Schwedenzeit umgestellt – und kam zu spät.
Die Letzten werden die Ersten sein.

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 |Grillsünde

Ablöschen mit Bier! – Für viele Väter ist das ein Geheimtipp, der Generation für Generation weitergegeben wird. Profis fordern für solche Ratschläge Strafpunkte im Grillsündenregister in Brutzel­burg. Denn das Zeug wirbelt bloß die Asche auf, die auf das Fleisch niedergeht und es schwer genießbar macht.

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Schwarz & sauber

Es gibt Alternativen zur Holzkohle, mit denen der Sommer nachhaltig schmeckt. Kohle aus Kokosnuss­schalen, Bambus, Olivenkernen –
oder Sägeresten wie bei Nero­Grillkohle, die für knapp zwei­einhalb Euro pro Kilogramm auch noch extra lange glüht:

www.nero-grillkohle.de

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Einmal Grillanzünder bitte!

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Wie viel kostet es den Bezirk Pankow, den Mauerpark nach einem sonnigen Grillwochenende zu reinigen?

? 10.000 Euro
? 100.000 Euro
? 1.000.000 Euro

Antwort: 100.000 Euro

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Grillbilanz

Klimamäßig kommt es nicht nur darauf an, was unter dem Rost glüht, sondern auch, was darauf brutzelt. Ein brasilianisches Steak verursacht deutlich größere Kohlenstoffdioxid-Emissionen als ein Gemüsespieß. Neben Tierschutzorganisationen wie PETA schlägt inzwischen auch das Umweltbundesamt eine Abgabe auf den Klimakiller Fleisch vor. Ein Grill ruiniert den CO₂-Fußabdruck aber selbst bei Zucchini, Auberginen oder Champignons: der Einweggrill.

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Scharfmacher

1,1 Kilogramm Senf vertilgt ein
Deutscher im Durchschnitt pro Jahr.

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Koh|le|ge, die;

(Männerrunde um einen Holzkohlengrill)

Alum|nie, der;

(Mensch, der niemals auf Wegwerfgrills
aus Aluminium grillt)

Brat|er|i|tum, das;

(Zeit, in der das Grillen meist der
Vergangenheit angehört: Winter)