Die Stadt als Beute

Sie haben Hunger? Dann gehen Sie doch einfach mal raus auf die Straße und gucken, was es so gibt.
Nicht nur Imbissbuden, Restaurants und Läden können den Stadtbewohner mit Essbarem versorgen.
Es geht auch anders. Ein Überblick:

Mundraub
Die Plattform Mundraub.org sammelt Obstbäume, Nusssträucher, Kräuterwiesen und Pilzreviere, die frei abgeerntet werden dürfen. Auf einer interaktiven Karte haben tausende Nutzer ihre Fundorte bereits eingetragen – und es werden immer mehr.
Die Betreiber der Seite wollen, dass sich Menschen wieder der heimischen Obstallmenden bewusst werden, sie entdecken und pflegen. Im vergangenen Herbst haben die Mundräuber gemeinschaftlich 30 Tonnen Allmende-Äpfel vermostet und erstmals einen Mundräuber-Saft
abgefüllt, der auf der Bundesgartenschau 2015 in der Havelregion verkostet wird.

www.mundraub.org

Foodsharing
Über die Plattform Foodsharing werden überschüssige Lebensmittel kostenlos weitergegeben. Privatpersonen, Händler und Lebensmittelproduzenten haben dort die Möglichkeit, noch essbare Waren zu teilen, statt wegzuwerfen. Seit Mai 2013 haben sich mehr als 10.000 Menschen daran beteiligt, etwas gegen ebensmittelverschwendung zu unternehmen. Mit einem Foodsaver-Ausweis kann man sogar bei einigen Händlern nicht mehr verkaufbare Waren einsammeln und sie an Organisationen, über die Internetseite oder Essenstauschbörsen weiterverteilen.

www.foodsharing.de

Fairteiler
Wer nicht erst im Internet nach brauchbarem Essen schauen möchte, kann auch gleich bei einem 24-Stunden-Kühlschrank vorbeischauen. In Kreuzberg und im Prenzlauer Berg können Lebensmittel in die Kühlschränke reingelegt und natürlich auch herausgenommen werden. Bis zu drei Mal am Tag werden die Geräte von Berliner Lebensmittelrettern befüllt.

Malmöer Straße 29 (Prenzlauer Berg)
Wilhelmstraße 9 (Kreuzberg)

Schnippelparty
Gerettetes Essen kann man entweder allein verspeisen oder zusammen mit anderen Lebensmittelrettern verkochen.
Die Genussaktivistin Talley Hoban lädt regelmäßig zum gemeinsamen Schrubben, Schälen, Schnippeln ein. Motto: Einfälle statt Abfälle. Es soll ein lustiges Gemeinschafts­erlebnis und ein Zeichen gegen die Wegwerflogik unserer Gesellschaft sein – und schmecken. Die Idee wurde vom Nachhaltigkeitsrat ausgezeichnet.

www.schnippelparty.eu

Illustration: Juliane Filep

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