Die große Welt des Mülls: Das große Fressen

In den Sommermonaten quellen Parks, Waldlichtungen und Straßenränder über vor Müll. Dort hinterlassen Ausflügler Unmengen an Einweggeschirr, Plastikbechern, Wegwerfgrills. Die französische Regierung hat deswegen ein Gesetz verabschiedet, das Einweggeschirr verbietet. Ab 2020 sollen Plastikbecher, -besteck und -teller nicht mehr verkauft werden dürfen. Auch in Österreich sollen Großveranstaltungen ab 300 Personen das „Mehrweggebot“ einhalten, also kein Besteck und Geschirr aus Plastik mehr verwenden. In der indischen Hauptstadt Neu-Delhi sind Einweggeschirr, Plastikbecher und Plastiktüten seit diesem Jahr verboten. In Deutschland gibt es bislang keine gesetzlichen Vorstöße in diese Richtung.



JORDANIEN: VERZEHR UND FERTIG

Die Initiative „Cleaning Jordan“ will nicht hinnehmen, dass Waldlichtungen ständig von Wochenend-Picknickern verdreckt werden. „Die Leute lassen alles liegen, werfen ihren Abfall einfach in den Wald“, sagt Ramzi Tabbalat. Der Herzchirurg aus Amman ruft per Facebook zu einem Aufräum-Spaziergang in einem nahe der Hauptstadt gelegenen Wäldchen auf. Nach zwei Stunden seien knapp 300 Müllsäcke voll, berichtet das Goethe-Institut in einem Bericht über die Initiative.

USA: IM KREISLAUF

Die größte Wohnungsbehörde der Vereinigten Staaten will in ihren Wohneinheiten Mülltrennung einführen. Das hat die „New York City Housing Authority“ vermeldet, die hauptsächlich Sozialwohnungen in New York vermietet. Für knapp die Hälfte aller Mieter gibt es jetzt die Möglichkeit, ihren Müll zu trennen. Zukünftig sollen auch die restlichen Wohnungen eine Infrastruktur mit verschiedenen Mülleimern erhalten und die Bewohner im Recycling geschult werden.


DEUTSCHLAND: 
MEHR MÜLL

Die Deutschen verursachen heute rund 30 Prozent mehr Verpackungsmüll als noch vor 30 Jahren. Darauf hat das Umweltbundesamt hingewiesen. Vor allem die Menge an Verpackungen für Getränke, Essen und Tierfutter sei gestiegen. Das liege zum einen an den immer aufwändiger gestalteten Verpackungen wie beispielsweise Sprühflaschen. Zum anderen leben immer mehr Menschen in Großstädten allein und kaufen kleine Portionen.


INDONESIEN: MÜLL VERSICHERT

In Jakarta und Malang können Menschen ihre Krankenversicherung mit Müll bezahlen. Die Mitglieder der „Garbage Clinical Insurance“ sammeln monatlich etwa zweieinhalb Kilogramm Recyclingmaterialien im Wert von mindestens 70 Cent und bringen sie zu den Sammelstellen der Klinik. Dort soll der gesammelte Müll kompostiert oder recycelt werden. Die Müllkrankenversicherung garantiert damit den Unterprivilegierten des Landes regelmäßige Arztbesuche und Labor-untersuchungen. Etwa die Hälfte der Indonesier lebt mit weniger als
zwei Dollar pro Tag.


AUSTRALIEN
WÜSTE TOMATEN

In riesigen Gewächshäusern in der australischen Wüste baut ein Unternehmen Tomaten an. Obwohl der Gemüseanbau viel Energie und Wasser kostet, sollen die Tomaten trotzdem ökologisch produziert sein, berichtet das Magazin „enorm“. Grund dafür ist eine solarkraftbetriebene Meerwasserentsalzungsanlage. „So können wir Landwirtschaft auch in Regionen betreiben, für die traditionelle Anbauweisen nicht geeignet sind“, sagt Philipp Saumweber, Geschäftsführer von Sundrop Farms.

 

ILLUSTRATION  Julia Fernández, Tidian Camara, Lara  Wiehle und Felix Kirch

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