Der Schatz der Dassanech

An einer Schnur gereihte metallene Flaschenverschlüsse bilden eine Kopfbedeckung.

Der Ohrring besteht aus zwei Fäden, an deren Ende eine SIM-Karte baumelt. Das halbe Armband einer Uhr wird zur Halskette. Bei manchen Stämmen in Äthiopien und Kenia ist es in Mode, sich mit dem zu schmücken, was andere wegwerfen. Beispielsweise beim Dassanech-Stamm aus Südwest-Äthiopien. „Der Schmuck wird Teil der eigenen Identität. Je mehr sie haben, umso mehr können sie zeigen und umso schöner und selbstsicherer fühlen sie sich“, erklärt der französische Fotograf Eric Lafforgue, der die Menschen dort immer wieder besucht hat. Den Abfall finden sie quasi vor der eigenen Haustür. In den Regionen, in denen die Stämme wohnen, werden immer mehr Hotels gebaut und Firmen siedeln sich an. Damit entsteht auch mehr Müll. Die Frauen und Männer des Dassanech-Stammes sind nicht nur stolz darauf, Müll-Schmuck zu tragen. Sie haben daraus auch eine Einnahmequelle gemacht: Touristen müssen ihnen Geld geben, wenn sie Fotos machen wollen.