Die Erfinder

Für Harry Parzer und Udo Weixelbaumer fing Nachhaltigkeit ganz unten an: bei den Schuhen. Die Österreicher haben Sandaletten erfunden, die komplett kompostierbar sind. „Aber keine Angst – die faulen Ihnen nicht an den Füßen ab“, sagt Parzer. „Erst unter kontrollierten Kompostierbedingungen beginnt der biologische Abbau der Biokunststoffe.“ Nach frühestens 77 Tagen kann aus einem alten Schuh frischer Dünger für den Blumenkasten entstehen.

„Wir sind das nicht aus einer Öko­romantik heraus angegangen“, sagt Schuh­modelleur Parzer, „sondern weil es logisch ist.“ Wer ein Produkt entwickle, müsse sich auch überlegen, was nach dem Gebrauch damit passiert.

Über zwanzig Jahre haben beide in der Schuhindustrie gearbeitet und es irgendwann nicht mehr ignorieren können, dass von den 20 Milliarden Paar Schuhen, die jedes Jahr produziert werden, die meisten schlecht oder gar nicht recycelt werden können. Das wollten sie ändern – und fanden innerhalb der letzten vier Jahre Partner, Mitarbeiter und Investoren, die an die Kompostrevolution glaubten. Der kreative Kopf hinter der Idee – Udo Weixelbaumer – kann die Erfolgs­geschichte leider nicht mehr miterleben, er ist Anfang des Jahres verstorben. Aber die Revolution lebt: Ab diesem Frühjahr kommen die kompostierbaren Flip-Flops unter dem Namen Boombuz für 29,90 Euro in den Handel. Zuerst in Österreich, Deutschland und der Schweiz, später sollen die Schlappen in die ganze Welt verkauft werden.

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