Bauen mit Müll – Mein Müll ist mein Zuhause

Um Häuser zu bauen, haben Menschen jahrhundertelang Wälder gerodet, sich durch Gestein gewühlt, Rohstoffe verheizt. Doch es geht auch anders. Immer häufiger machen sich auch Architekten Gedanken, wie sie ökologisch schonend bauen können. Eine kleine Auswahl von Menschen, die zu Müllbauern wurden:

Der Pionier
Was?
Rural Studio

Wer?
Der US-Amerikaner Samual Mockbee hat im Jahr 1993 das Rural Studio an der Auburn University gegründet.

Warum?
Die Studenten dort sollten Ideen entwickeln, wie die Lebensbedingungen der Landbevölkerung in Alabama architektonisch zu verbessern wären. Heute denken Mockbees geistige Erben nicht mehr nur über kleine Häuser aus nachhaltigen Materialien nach, sondern gestalten auch größere Gemeinschaftsprojekte.

Die Demonstranten
Was?
Scraphouse

Wer?
Zum Welt-Umwelttag im Jahr 2005 errichtete ein selbst ernanntes „Rockstar Team“ aus Architekten und Künstlern in San Francisco ein Haus aus Müll als Demonstrationsobjekt.

Warum?
Das Scraphouse sollte zeigen, was im Bereich nachhaltigen Bauens, Recycling und Wieder­verwertung möglich ist.
Außerdem nutzte es San Francisco, um sich als grüne Stadt zu inszenieren.

Der Helfer
Was?
Eco-Tec

Wer?
Andreas Fröse hat ein Konzept entwickelt, wie man mit
PET-Flaschen Häuser und Regenwassertanks bauen kann. Mit seiner Firma Eco-Tec verwirklicht er das in Honduras. Dazu werden die leeren Behälter mit Erde befüllt, mit einer Schnur zusammengebunden und geschichtet.

Warum?
Als der Deutsche einen ökologischen Park in Lateinamerika
leitete, stießen ihm die vielen leeren Flaschen auf, die aus wertvollem Erdöl erzeugt werden „und, wenn sie nach einer Minute ausgetrunken sind, zu Müll werden“, sagt Fröse. „Und ich liebe einfache Lösungen.“

Der Nachwuchs
Was?
Préau

Wer?
Erwan Moriceau, der Französischlehrer der Märkischen Grund­schule in Berlin, hat sich mit Markus Hastenteufel zusammengetan, der Architekt, Hochschullehrer an der Ecole Nationale Supérieure d’Architecture und Vater einer Schülerin ist. Zusammen initiierten sie ein Projekt mit Studenten und Schülern, um den Schulhof zu überdachen – und dabei ausschließlich Recyclingmaterial zu verwenden.

Warum?
Weil die Kinder bei schlechtem Wetter nicht draußen spielen konnten, suchte man nach einer einfachen, billigen und schönen Lösung. Hastenteufels Studenten konzipierten und die Berliner Schüler bauen sich nun ihr eigenes Dach über den Kopf.

Fotos: Danny Wicke/Rural Studio | Cesar Rubio Photography
www.eco-tecnologia.com | Prof. Markus N. Hastenteufel

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