Apfelkalypse

Mehr ist mehr

Überfluss ist eine Frage der Perspektive. Für den Umweltschützer mögen Kunststoffverpackungen überflüssig sein, für den Handel führen sie zum erwünschten Überfluss. Verschweißte Äpfel sind hygienischer, länger haltbar und leicht zu transportieren. Die Kunststoff- oder Styroporschalen lassen sich leicht stapeln und damit billiger transportieren. Und was fertig verpackt ist, lässt sich schneller über den Scanner an der Kasse ziehen und spart damit Personal­kosten. Und weil wir uns beim Kaufen verführen lassen wie Adam und Eva von der Schlange, greifen wir zum vorverpackten Apfelsextett – selbst wenn wir nur zwei oder drei Äpfel wollten.

 

Dumm und Dümmer

Neben eingeschweißten Äpfeln gibt es noch andere Beispiele des Verpackungswahnsinns, die im Deckenlicht des Supermarkts erstrahlen. Unsere top 4: geschälte, einzeln verpackte Bananen, eine Hand voll Ananasscheiben im Plastikbecher, entkernte Avocadohälften in einer Plastikschale, eingeschweißte Gurken.

 

Tätowiert zertifiziert

Herkunft, Sorte, Kontrollnummer, Biosiegel – oft werden Bio-Äpfel verpackt, damit sie von konventionellem Obst unterschieden werden können. Zwei deutsche Supermarktketten testen derzeit Licht-Tattoos. Dabei werden alle nötigen Informationen mit einem Spezial-Laser in die Apfelschale geschrieben, ohne dass sich dadurch etwas an Geschmack, Qualität oder Haltbarkeit ändert

 

Reifeprüfung

Genau wie Birnen oder Avocados verströmen Äpfel Ethylen – ein Reife­gas, das anderes Obst und Gemüse schneller verderben lässt. Das lässt sich nutzen: Unreife Bananen werden schneller reif, wenn man einen Apfel dazulegt.

 

Kellerkinder

Damit Äpfel nach dem Einkauf nicht so schnell verderben, sollten sie am besten in einem dunklen, kühlen Keller gelagert werden. Es ist der Lagerort Nummer eins. Wer keinen Keller hat, sollte auf das Gemüsefach im Kühlschrank zurückgreifen. Eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit und geringe Temperatur schützen Aroma und Vitamine.